EUREF kommt zu spät – Delmenhorst ist weiter

Die Welt wartet leider nicht auf das EUREF Institut – der Bezirk sollte die Planziele am Gasometer der Realität anpassen.

Das EUREF Nutzungskonzept muss sich in einem Subventionsmarkt behaupten, der durch Wissenschaftler mit fachlicher Kompetenz und durch Industrieunternehmen mit erheblichem Eigenkapital dominiert wird. Kompetenznetzwerke in der Energieforschung entstehen derzeit im Wochentakt – lokal, regional, international. Der staatlich subventionierte Forschungsbetrieb bietet Millionenbudgets, die vor allem Technikentwicklung (E-Mobilität, Geothermie, Solarzellen, Biogas) aber auch interdisziplinäre Modellprojekte in der energetischen Gebäudesanierung unterstützen. Da greifen Universitäten zu, aber auch Industrie und Landkreise. Immobilienentwickler sind dagegen in keinem Projekt erwähnt. Auch Politiker werden nicht als Fangemeinde präsentiert.

Der Pressedienst idw offenbart, dass die Planspiele der EUREF weder einzigartig noch innovativ sind.

Die Universität Duisburg-Essen (UDE) kooperiert mit Kanada bei der Entwicklung von Brennstoffzellen http://idw-online.de/pages/de/news350035 und startet ein interdisziplinäres Projekt zur Elektromobilität. Beteiligt sind 15 Lehrstühle mit ihren Instituten.“ Finanziert wird das 15 Millionen-Projekt aus Mitteln des Konjunkturpakets II durch das Bundesverkehrsministerium. Industrie-Partner sind die Ford-Werke Köln und die Rheinenergie. http://idw-online.de/pages/de/news350559 .

Der Harz setzt auf Elektroautos: 17 Partner aus Wissenschaft und Industrie beteiligen sich am Projekt „Harz.ErneuerbareEnergien-mobility“ – kurz Harz.EE-mobility . Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Einen Teil der Fördersumme von 12 Millionen Euro übernehmen die Industriepartner.
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/02/elektroautos-harz.jsp

Auch das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst hat die Zeichen der Subventionspolitik erkannt und wird zukünftig „Energieforschung“ betreiben. Elektromobilität steht neben den erneuerbaren Energien – hier vor allem Windkraft und Offshore-Anlagen-ganz oben. http://www.h-w-k.de/pressemitteilungen.html

Klimaneutrales Bauen und energetische Sanierung setzt das grün regierte Freiburg für ein ganzes Quartier um – eine Forderung der BI Gasometer, die in Schöneberg noch nicht einmal politisch andiskutiert wurde. Das Investitionsvolumen in Freiburg beträgt ca. 114 Mio. EUR für die Gebäudesanierung, zuzüglich der Investitionen für Maßnahmen weiterer Eigentümer sowie der Ausgaben für die Energieversorgung, siehe  http://idw-online.de/pages/de/pressreleases273.

Auch Berlin und Potsdam sind aktiv: die Universitäten haben gerade „Geo.X“ – ein geowissenschaftliches Kompetenznetzwerk in der Region Potsdam-Berlin etabliert. Geo-X beansprucht, die Fakultätsgrenzen zu überwinden und eine neue Qualität in der Kooperation mit den Ingenieur-, Natur-, Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften anzustreben. Beteiligt ist u.a. Prof Dr. Reinhard Hüttl, der sich auch im Beirat der EUREF wie als Präsident von acatech engagiert.

Mehr darüber unter http://www.acatech.de/ und http://www.geo-x.net/ueber-uns/ .

Potsdam hat zusätzlich eine Klimaschutzstrategie beauftragt, die das PIK entwickelt und hierbei die Beiträge von 9 Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung koordiniert. Beteiligung der Öffentlichkeit am Planungsprozess ist ausdrücklich vorgesehen http://idw-online.de/pages/de/news351947

Bei der Forschungssubvention ist Zeit gleich Geld. Ideen von gestern werden nicht gefördert. Müllers Mannen haben nach unserer Auffassung den Anschluss schon lange verpasst. Einige Vorträge und Kurzseminare, die noch nicht einmal in dem weiterhin mit Baugerüsten „verzierten“ Messelbau stattfinden können, reichen da noch nicht einmal für die Kreisliga der Energieforschung. Peinlich, zu spät und überflüssig!

3 Kommentare zu "EUREF kommt zu spät – Delmenhorst ist weiter"

  1. kommentator | 19.03.10 um 22:37 |

    Dass es momentan eine Vielzahl von Energie-Initiativen gibt ist bekannt. Ebenso einleuchtend dürfte sein, dass es für eine junge Einrichtung ungleich schwerer ist, Fördermittel zu bekommen, als für Netzwerke aus etablierten Einrichtungen. Gleichwohl generiert gerade die Menge der Einrichtungen einen Bedarf nach „frischen“, noch ungebundenen Vernetzungsstätten.
    Wer neue Wege bestreitet, handelt sich schnell das Image der Randständigkeit ein. Wer hingegen dem Fortschritt folgt, muss leider damit leben, nicht immer der Erste zu sein.

  2. Und was genau ist nun Euref-Institut? Randständig, imitatorisch oder einfach nur überflüssig?

    Zu spät jedenfalls, oder?

  3. Erich Richter | 23.05.10 um 07:15 |

    Je mehr Institute umso größer die Chance, dass sie sich
    gegenseitig aufreiben und neutralisieren.
    Angekündigte C02-Freiheit – einfach lachhaft und Verblödung
    der Öffentlichkeit ! Hier werden insgesamt Milliarden Euro
    verbraten, Vorstands-und und Aufsichtsratsposten vergeben,
    teilweise an Leute die „0“-Ahnung von diesen Dingen haben.
    Deutschland ist ein klimaaktives „Balla-Balla“ Land !

    Erich Richter (Normalbürger)

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  1. Schwarz fährt grün | bi-gasometer.de

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