Mittelfristig mit Ed Koch und der Gasag

Es gibt Meldungen, die keine sind. So wie diese aus dem notorisch schwadronierenden „Informationsdienst“ paperpress, der in seiner Ausgabe vom 02.11.2010 sinngemäß vermeldete:

Eine Tochtergesellschaft der GASAG, die sich NBB nennt (Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg), hat auf dem „Gasaggelände“ ihre Zentrale eingerichtet. Seit 2009 ist sie „für die Sparten Gas, Wasser, Strom, Fernwärme und Abwasser bei den Stadtwerken Forst-Lausitz verantwortlich“, will sich aber demnächst „grundsätzlich um Störungen im Energiebereich“ kümmern, und zwar mithilfe eines noch zu gründenden Vereins namens KKI (Kompetenzzentrum kritische Infrastruktur), der „bei voller Arbeitsaufnahme mittelfristig 55 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen wird“.

Das wäre dann etwa 1/100 dessen, was Bezirkstadtrat Krömer öffentlich behauptet hat. Am 23. April 2008 nannte er in der „Berliner Woche“ im Zusammenhang mit dem B-Plan 7-29 die „Schaffung von zirka 5000 neuen Arbeitsplätzen“, mit denen EUREF „zur Attraktivität des Bezirks“ beitragen werde.

Der Herausgeber diese Informationsdienstes, welcher auch auf einem Foto anlässlich der öffentlichen Präsentation dieses Nicht-Ereignisses neben Reinhard Müller zu erspähen ist, heißt Ed Koch. Und berichtet auch darüber, dass

… die Ruheräume der Mitarbeiter eher den Charme einer Jugendherberge .. (haben). Da stehen noch die zweistöckigen Betten.

Das sind Meldungen, welche die Welt nicht vergisst. Mittelfristig.

Soweit mir bekannt, ist die Störungsleitstelle der GASAG bereits seit zig Jahren auf dem Gelände am Gasometer, das ja nicht umsonst GASAG-Gelände heißt, ansässig. Allerdings heißt die NBB laut eigener Darstellung anders und ist

seit 01.01.2006 die erste entflochtene örtliche Verteilnetzbetreiberin Deutschlands.

Eine Meldung, die auch keine war: Vor etwa einem Jahr verkündete Projektentwickler Müller presseöffentlich, auf der Südspitze des Gasag-Geländes werde dann vielleicht oder demnächst mal ein energieeffizientes Hotel/Hostel entstehen, bei dem im Fitnessstudio am Fahrrad die Energiebilanz aufgebessert werden kann. Zum Beispiel. Mittelfristig.

Über den Autor

azche24
Ich wohne mit meiner Familie direkt vor dem Gasometer auf der roten Insel in Schöneberg. Und mag dieses Industriedenkmal und Wahrzeichen seit Jahren.