Gasometer Besteigung

Rundgang Gasometer Schöneberg

Wer den Gasometer Schöneberg besteigen (also zu Fuß bis ganz nach oben klettern und dann den spektakulären Ausblick genießen) möchte, hat dazu unseres Wissens leider derzeit keine öffentliche Möglichkeit [edit: seit dem 29.06.2013 wurden offenbar wieder Besteigungen angeboten – siehe Kommentare zu diesem Beitrag]. Unseres Wissens fanden zuvor die letzten kommerziellen Besteigungen (immer nach Anmeldung und in Begleitung) vor mehr als einem Jahr statt. Derzeit ist von regelmäßigen Klettereien auf den oberen Ring des Führungsgerüsts nichts zu sehen. Kein Wunder.

Das Führungsgerüst des Wasserbehälters ist (wie auf unserem Bild erkennbar) so stark angerostet, dass vermutlich keine Haftpflichtversicherung mehr bereit wäre, die möglichen Schäden einer regelmäßigen kommerziellen Kletterei auf dem Gasometer abzudecken. Zwar hatte der um kernige Aussagen nie verlegene EUREF-Mann Reinhard Müller bereits 2007 verkündet “voraussichtlich noch in diesem Jahr1 werde mit der Sanierung des Gasometers begonnen. Und am 03.10.2011 tönte EUREF-Müller ohne rot zu werden in die Fernsehkameras der Berliner Abendschau, man werde demnächst

mit einer besonders energieschonenden Lasertechnik

die Instandsetzung des Gasometers beginnen.2 Weiterlesen

  1. gucken Sie bei Punkt 16. – es war nicht die einzige falsche Ankündigung Müllers []
  2. Reinhard Müller gegenüber der Berliner Abendschau in einem Fernsehinterview am 03.10.2011 []

Meilenstein

Während eine der Machenschaften von Bernd Krömer aus seiner Zeit als Baustadtrat in unserem schönen Bezirk kurz vor der Sommerpause berechtigt für viel Wirbel sorgt, sollte sein Meisterstück nicht ganz in Vergessenheit geraten. Denn auch hier hat sich aktuell etwas getan: Laut Bezirksamt und Stadtrat Krüger gibt es jetzt eine Fördermittelzusage des Senats für den Bau der Planstraße bis 2016 auf das „Euref-Gelände“ in Höhe von 5.526.720 Euro. Sie ermöglicht den Zugriff auf Wirtschaftsförderung des Bundes und macht zugleich den Bezirk zum Bauherren der Straße. So wollte es Bernd Krömer, als er in seinen letzten Amtstagen einen Nachtrag zum Städtebaulichen Vertrag mit Reinhard Müller (Euref AG) unterzeichnete. Damit spart Letzterer Millionen und hält außerdem sein Versprechen nicht ein, die neue Erschließung seines Grundstücks ausschließlich selber zu bezahlen. Das wäre recht und billig gewesen angesichts des mehr als großzügigen Baurechts, das er bekommen hat. Weiterlesen

Bilder weg?

Ganz aufmerksame Menschen haben vielleicht bemerkt, dass die zahlreichen Bilder vom Gasometer Schöneberg, seiner Denkmalschändung und diversen Veranstaltungen der BI nicht mehr unter der alten Internetadresse zu erreichen sind. Die Bilder sind zwar noch da, aber die Webseite mit der Galerie war leider sehr häufig Ziel von Spamattacken und Angriffen fachkundiger Hacker; sie wurde daher geschlossen. Die Bilder sind natürlich nicht weg, sondern nur verschoben und werden demnächst hier wieder zu sehen sein.

Damit das Warten nicht so schwer fällt, hier schon mal eine kleine Kostprobe:

Kran in Konkurrenz (2012)

Rostschutz und Denkmalschutz

Wir haben mit der Sanierung des Gasometers begonnen, das wird leider drei Jahre dauern, weil wir eine besondere Lasertechnologie hier verwenden, die besonders energieschonend ist.” (Reinhard Müller gegenüber der Abendschau des RBB, Sendung 3.10.11)

Gasometer Mariendorf 2012 eingerüstet

Gasometer Mariendorf 2012 eingerüstet

In unserem Bezirk stehen zwei denkmalgeschützte Gasbehälter oder das, was von den umgangssprachlich „Gasometern“ genannten technischen Anlagen übrig ist: ihre Führungsgerüste aus Eisen. Einer steht in Schöneberg und ist mit fast 80 m Höhe im Stadtbild gut sichtbar. Der Andere steht in Mariendorf, wo er sich mit seinen ca. 40 m auf einem großen Gelände an der Bahn fast versteckt. Dennoch lohnt derzeit der Blick nach Mariendorf ,1 denn dort wird das Denkmal von seinem Eigentümer, der GASAG, komplett saniert.

Eine Sanierung, d.h. die Entrostung und das Auftragen eines vernünftigen Korrosionsschutzes, dauert ihre Zeit. In Mariendorf begann man 2012 und rechnet mit einer Fertigstellung im Jahr 2014. Die Arbeit erfolgt auf zwei „mobilen“ Gerüsten, die im Uhrzeigersinn weiterbewegt werden, sobald ein vertikaler Abschnitt fertig ist. Mit Pressluftnadlern werden in bewährter Methode die alten Farbschichten bzw. der Rost entfernt. Anschließend kommen der Rostschutz und die Farbanstriche. Weiterlesen

  1. Der Gasometer Mariendorf wurde 1901 errichtet, war aber von Wien nach Berlin versetzt worden. Im Gegensatz zum Gasometer Schöneberg der von einer deutschen Firma erbaut wurde, ist er ein englisches Fabrikat. Beide Anlagen wurden von dem Betreiber ICGA errichtet. []

40 Prozent Blödsinn und schlecht erschlossen

Momentan entwickelt sich das Euref-Gelände am Gasometer zu einer schlecht erschlossenen Sackgasse. Durch die großen Baustellen für die Umgestaltung der Grünstreifen entlang der Bahn ist die ohnehin wenig verkehrsgünstige, schmale und steile Torgauer Straße unzugänglicher als je zuvor. Und ob es die für eine noch dichtere Bebauung und das Inkrafttreten des Bebauungsplan 7-29 notwendige Erschließungsstraße je geben wird, ist weiterhin fraglich. Denn hinter den Kulissen wird um die Kosten gefeilscht. Und wie aus Kreisen der Bezirksverordneten zu hören ist, glauben dort viele den 40 Prozent Blödsinn.

Zur Erinnerung noch einmal kurz der Vorlauf: In einer handstreichartigen Aktion, wie sie sonst wohl nur in Bananenrepubliken üblich sein dürfte, hatten der nach den Berliner Neuwahlen kurz vor seiner Abberufung stehende ehemalige Baustadtrat Bernd Krömer Weiterlesen

Die Kostenspirale

Seit dem 12. Juni liegt der Senatsverwaltung für Wirtschaft ein Antrag des Bezirks vor, der die Subventionierung der Planstraße für „Euref“ aus Fördermitteln von Land und Bund (GRW) beinhaltet. Das war zu erwarten und ist insoweit nicht überraschend, wir haben darüber berichtet. Was aber neu ist, ist die erstaunliche Summe für die Planstraße, die der Bezirk, der ja Bauherr werden soll, veranschlagt hat: 14.168.140 Euro!1 Liegt jetzt womöglich erstmals ein seriöser Kostenanschlag vor?

Ringbahntrasse

Die Planstraße muss die Ringbahn mit S-Bahn-Trasse und Fernbahngleisen unterqueren.

Die eklatante Kostensteigerung von 9 Millionen im Februar 2012 zu 14 Millionen im Juni 2012 sollte alle Bezirkspolitiker eigentlich vor Wut schäumen lassen. Schließlich tragen auch sie dafür Verantwortung, dass Fördermittel von Bund und Land sinnvoll eingesetzt werden. Statt dessen sehen sie ihre Rolle offenbar immer noch wie schon in der abgelaufenen Wahlperiode darin, als willfährige Steigbügelhalter für Müllers Interessen zu agieren – zu Lasten der öffentlichen Hand.

Zuletzt hatte der Verkehrsplaner von Projektentwickler Müller dem Ausschuss für Tiefbau am 27.2.12 erklärt, die Straße koste rund 9 Millionen (Variante 9) und Müller sei bereit, 4 Millionen zu bezahlen. Bei einer Förderung von 60 % sollte also die öffentliche Hand eine Summe von ca. 5,4 Millionen aufbringen. In diesem Szenario hätte sich der Müller-Beitrag auf 3,6 Millionen verringert. Das scheint inzwischen Makulatur zu sein, den Ausschüssen wurde aber nicht berichtet. Weiterlesen

  1. Das hat eine Bürgerfrage in der BVV am 20.6.12 öffentlich gemacht. []

Petition für Gaslaternen

Typische Gaslaterne (Bild:Gaslicht-Kultur)

Typische Gaslaterne (Bild:Gaslicht-Kultur)

Die Torgauer Straße ist nicht nur geheimnisvoll, sondern auch einer der letzten Orte Berlins, wo die typischen Berliner Gaslichtlaternen in verschiedenen Typen zu sehen sind. Romantisch und geheimnisvoll wie im berühmten Film “Gaslight” vor allem bei diesigem Wetter und bei Nebel.

Aber die Berliner Gaslaternen sollen aussterben, auch hier zählen Kosten und Einsparungsgesichtspunkte mehr als Denkmalschutz. Der Verein “Gaslicht-Kultur” hat eine Online-Petition gestartet, die sich für den Erhalt der Gaslaternen einsetzt. Zwar funktioniert die Ausweis-App auf der Webseite der Petition nicht, man kann aber auch so den Erhalt der Gaslaternen unterstützten..

(K)ein Richtfest für die Energie-Universität

Provisorisches Schild (EUREF-Institut) Sommer 2010

Im Jahr 2008 war es noch eine stiftungsfinanzierte private Energie-Universität, die auf dem “Campus” am Schöneberger Gasometer demnächst ihren Betrieb aufnehmen sollte. Da wurde die Werbetrommel gerührt, fanden Veranstaltungen mit bekannten Namen im Rathaus Schöneberg statt. Jetzt, etwa vier Jahre später, ist das Geschichte. Das Projekt heißt jetzt anders und wird von der TU Berlin betreut.

Heute ist “Richtfest” für das Gebäude, in dem (schon einmal verschoben) im kommenden Wintersemester zwei Masterstudiengänge durchgeführt werden sollen. Keine Privatuniversität mehr, sondern ein Institut von und mit der TU Berlin.

Grund genug für uns, in einem schon länger geplanten Artikel den langsamen Abstieg der Energie-Universtität von einer stiftungsfinanzierten Privatuniversität zu einem TU-nahen Institut darzustellen und vor allem auch, wie langsam und allmählich die großen Ankündigungen in der öffentlichen Darstellung “verkleinert” wurden.

Torgauer IV: Widerstand im Geheimen

Grünflächenplanung Torgauer Straße

Grünflächenplanung Torgauer Straße

Die Grünflächen entlang der Torgauer Straße gehören zu den kostspieligsten Einzelprojekten innerhalb des Stadtumbau-Programms am Südkreuz. Das liegt vor allem an den Ankaufspreisen für die Flächen und den Kosten der Altlastensanierung.

Das Cherusker-Dreieck (Torgauer Straße 11a) wurde von der Bahn-Tochter Vivico für 320.000 Euro erworben. Hinzu kommen Kosten für die Beseitigung von Altlasten in Höhe von ca. 230.000 Euro. Das macht nur für diese Fläche schon mal 550.000 Euro. Nicht anders verhält es sich mit den bisher von Kleingewerbe genutzten  Flächen südlich der Torgauer Straße an der Ringbahn (Torgauer Straße 17-32), die bereits 2007 zunächst von der Vivico an Private veräußert wurden. Hier musste der Bezirk aus Stadtumbaumitteln 2009 1.410.000 Euro hinlegen, und auch hier gibt es noch Altlasten abzutragen.1 Es wird mit ca. 214.000 Euro für die Bodensanierung gerechnet. Ein Teil der für das Projekt insgesamt vorgesehenen 3,1 Millionen Euro (ohne Grunderwerb) sind also bereits ausgegeben oder verplant. Honorare und der Rückbau der vorhandenen Bebauung sind ebenfalls noch vor dem eigentlichen Bau der neuen Grünflächen zu berücksichtigen.

Wie kam es dazu, dass der Bezirk sich die Grundstücke nicht schon vor längerer Zeit gesichert hat und letztlich den aktuellen Verkehrswert für Gewerbeflächen bezahlen musste? Weiterlesen

  1. Über das Grundstück Torgauer Straße 17 soll u.a. die neue Planstraße zur Erschließung des Kerngebiets (Euref) auf dem Gaswerksgelände verlaufen. Reinhard Müller hat im Übrigen für den größten Teil des vormaligen GASAG-Geländes nur 1 Mio Euro gezahlt. []

Fahrradwege prallen auf Tulpenschilder

Eingang Cheruskerpark mit "Tulpe"

Einen seltsamen Verlauf nahm die Veranstaltung des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg mit dem Thema „Bürgerinformation Grünzug Südkreuz und Querung Wannseebahngraben“ am 19.04.2012. Einfache Hinweise der etwa 100 anwesenden AnwohnerInnen auf Planungslücken des Bezirksamts sorgten für fachliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Bezirksamts und zeigten vielfach bessere Detaillösungen auf.

Nachbesserung versprachen die MitarbeiterInnen des Bezirksamts beim Fahrradverkehr über den als „Saager-Steig“ bekannten Weg von der Roten Insel Richtung Ebersstraße und bei den Details der Parkgestaltung. Und das Cheruskerdreieck bekommt vielleicht sogar eine Rodelbahn. Nur an Julius Leber will niemand so richtig erinnert werden.

Die Einladung zur Veranstaltung war in 8000 Exemplaren gedruckt worden. Eine solche Menge reicht nach unseren eigenen Erfahrungen, um jeden Haushalt auf der Roten Insel und in der Ebersstraße mit je einem Flyer zu versorgen. Allerdings waren die Verteiler des Bezirksamts scheinbar nicht über die Leuthener Straße hinaus gekommen. Weite Teile unserer Nachbarschaft, die von zuständigen Fachbeamtin Frau Hoffmann als „Gebietskulisse“ bezeichnet wurde, hatten jedenfalls keine Einladung erhalten.

Trotzdem waren etwa 100 AnwohnerInnen erschienen. Sie bekamen einen Abriss der Planung des Grünzuges entlang der Torgauer Straße und im südlichen Teil des Cheruskerparks (das so genannte „Cheruskerdreieck“). Hier soll vor allem der etwa 20 Weiterlesen