40 Prozent Blödsinn und schlecht erschlossen

Momentan entwickelt sich das Euref-Gelände am Gasometer zu einer schlecht erschlossenen Sackgasse. Durch die großen Baustellen für die Umgestaltung der Grünstreifen entlang der Bahn ist die ohnehin wenig verkehrsgünstige, schmale und steile Torgauer Straße unzugänglicher als je zuvor. Und ob es die für eine noch dichtere Bebauung und das Inkrafttreten des Bebauungsplan 7-29 notwendige Erschließungsstraße je geben wird, ist weiterhin fraglich. Denn hinter den Kulissen wird um die Kosten gefeilscht. Und wie aus Kreisen der Bezirksverordneten zu hören ist, glauben dort viele den 40 Prozent Blödsinn.

Zur Erinnerung noch einmal kurz der Vorlauf: In einer handstreichartigen Aktion, wie sie sonst wohl nur in Bananenrepubliken üblich sein dürfte, hatten der nach den Berliner Neuwahlen kurz vor seiner Abberufung stehende ehemalige Baustadtrat Bernd Krömer Weiterlesen

LEED Gold – amerikanische Goldmedaille am Gasometer

An der Einmündung Torgauer-, Dominicusstraße kündet ein großes Schild von der schönen neuen Bauwelt auf dem Gasometergelände. Links unten wird es goldig. LEED-Gold zertifiziert sind angeblich alle neuen Gebäude. Noch steht zwar keines davon, aber zertifiziert sind sie schon. Aber was ist LEED-Gold? Am Eingang des „Stadtquartiers von morgen“, dem so genannten Euref-Campus, wird ebenfalls großflächig geworben. Hier wird man fündig zum Thema.

Auf einer stilisierten Medaille, die an den guten alten Pfennig aus DM-Zeiten erinnert, lesen wir: LEED GOLD – USGBC, im Bogen darüber U.S. GREEN BUILDING COUNCIL. Alle Achtung! Da wurden keine Kosten und Mühen gescheut auf der Suche nach einem Zertifizierer. Fündig wurde man erst über dem „großen Teich“. Aber gab es hier, auf nationaler Ebene, keinen oder wenigstens in Europa?

Doch! Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e. V. (DGNB), „eine Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation, deren Aufgabe es ist, Wege und Lösungen für nachhaltiges Planen, Bauen und Nutzen von Bauwerken zu entwickeln und zu fördern”.1 Das wäre naheliegend gewesen.

Warum fragt man sich, hat der selbsternannte Mr. Bauqualität Reinhard Müller für seine Goldmedaille den weiten Weg zur USGBC beschritten? Fraglich ist das auch deshalb, weil die U.S.-Amerikaner bisher nicht gerade als leuchtendes Beispiel für energiesparendes Bauen in Erscheinung getreten sind. Also sehen wir uns die USGBC einmal an.

„Das U.S. Green Building Council (USGBC) ist eine gemeinnützige Handelsorganisation, welche sich für nachhaltig gebaute Gebäude einsetzt. Die USGBC ist am besten für die Entwicklung des Systems Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) bekannt, eine Versammlung, die die Industrie nachhaltiger Gebäude Weiterlesen

  1. Darstellung bei Wikipedia (deutsch), DGNB []

(K)ein Richtfest für die Energie-Universität

Provisorisches Schild (EUREF-Institut) Sommer 2010

Im Jahr 2008 war es noch eine stiftungsfinanzierte private Energie-Universität, die auf dem “Campus” am Schöneberger Gasometer demnächst ihren Betrieb aufnehmen sollte. Da wurde die Werbetrommel gerührt, fanden Veranstaltungen mit bekannten Namen im Rathaus Schöneberg statt. Jetzt, etwa vier Jahre später, ist das Geschichte. Das Projekt heißt jetzt anders und wird von der TU Berlin betreut.

Heute ist “Richtfest” für das Gebäude, in dem (schon einmal verschoben) im kommenden Wintersemester zwei Masterstudiengänge durchgeführt werden sollen. Keine Privatuniversität mehr, sondern ein Institut von und mit der TU Berlin.

Grund genug für uns, in einem schon länger geplanten Artikel den langsamen Abstieg der Energie-Universtität von einer stiftungsfinanzierten Privatuniversität zu einem TU-nahen Institut darzustellen und vor allem auch, wie langsam und allmählich die großen Ankündigungen in der öffentlichen Darstellung “verkleinert” wurden.

CDU macht Denkmalfolklore

Ralf Olschewski (CDU); Quelle: BA TS

In der Sitzung des Ausschusses für  Stadtplanung der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg vom 09.05.2012 verwirrte die Fraktion der CDU das Bezirksamt und Fachleute gleichermaßen: Sie forderte vehement das Bezirksamt auf, vierteljährlich ein Schöneberger Denkmal im Internet vorzustellen, wie dies etwa das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf mit seinem Denkmal des Monats vorgemacht habe. Diese Arbeit -so der Fraktionsvorsitzende Olschewski der CDU- solle wie im südlichen Nachbarbezirk die untere Denkmalbehörde (UD) des Bezirksamts leisten. Er selbst könne  so etwas locker an einem halben Tag machen.

Denkmalschutz a'la CDU

Diese Denkmalfolklore kommt von einer Partei und einem Bezirkspolitiker, die in der Vergangenheit vor allem durch maximal leichtfertigen Umgang mit dem Industriedenkmal Gasometer Schöneberg aufgefallen ist.

Das Ansinnen der CDU ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Weiterlesen

Schwarz fährt elektrisch

Munter betreibt CDU-Baustadtrat Bernd Krömer Wahlkampf mit angeblich grünen Elektroautos. Wir zitieren aus einer Pressemitteilung des BA Tempelhof-Schöneberg:

Am morgigen Mittwoch startet der Baustadtrat Bernd Krömer in die elektro-mobile Zukunft. Vor dem Rathaus Schöneberg wird Herr Krömer ein Elektromobil übernehmen und für eine Woche im Berliner Straßenverkehr Probe fahren. Das Fahrzeug wird vom Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) zur Verfügung gestellt.

Zwar kommt bei Schwarz der Strom immer noch aus der Steckdose und ist nicht unbedingt grün, weil man seine Erzeugung nicht mehr riechen oder in Form von Atommüll erleben kann. Auch kann Krömer zu Recht feststellen:

„Weltweit sind Metropolen die Vorreiter in der Elektromobilität“, so Bernd Krömer weiter, „Berlin hat auf diese Entwicklungen viel zu spät reagiert.

Richtig. Das haben wir in unserem Artikel Delmenhorst ist weiter auch schon bemerkt – im März 2010. Und wünschen unfallfreie Fahrt bis zum nächsten Wahlsonntag.

Liebe Gasag, liebe Eisbären

Ankündigung Gasag: Siegesfeier Eisbären

Ankündigung Gasag: Siegesfeier Eisbären

… alle Anwohner des Gasometers, in dem eine rauschende Siegesfeier steigen soll, sind geradezu entzückt über die sportlichen Erfolge im Eishockey und darüber, dass es etwas zu feiern gibt. Gern nehmen wir Nachbarn dafür auch an einem Feiertag Lärm bis 23.00 Uhr (und hoffentlich nicht darüber hinaus) in Kauf.

  • Aber findet Ihr nicht auch, dass eine Siegesfeier für ein so großes Ereignis besser in einer richtigen Veranstaltungshalle untergebracht wäre?
  • Ist es nicht etwas sehr prollig, in einem Partyzelt inmitten eines leise vor sich hin rostenden Industriedenkmals zu feiern?
  • Wäre es nicht schön, wenn Gasag und Bären einen richtigen Ort zum Feiern hätten?
  • Zum Beispiel in einem nagelneu instand gesetzten Gasometer mit einer richtigen Veranstaltungshalle, die ein richtiges Dach, Schallschutz und ordentliche Toiletten hat?
  • Wäre es nicht wunderbar, wenn Gasag und Bären im nächsten Jahr richtig feiern könnten?

Dann müsstet Ihr aber den Eigentümer des Gasometers dazu bringen, den Gasometer zu entrosten und mit echtem Geld eine richtige Veranstaltungshalle zu bauen. Da gäbe es was zu feiern. Und Grund für die Anwohner und Nachbarn, sich richtig zu freuen.

Wutbürger und Leuchtwurm – das Jahr 2010

Protest bei der Eröffnung der Nordspitze im JuliWutbürger ist das Wort des Jahres 2010. Wohl nichts hat das Jahr 2010 politisch so geprägt wie die Proteste steuerzahlender Wahlbürger gegen größenwahnsinnige Planungen politischer Zirkel in Stuttgart. Doch „Stuttgart 21“ spielte sich auch am Gasometer ab, wo sinnfreie Bauplanung, Gefasel vom „Leuchtturmprojekt“ und mühsam kaschierte Denkmalverschandelung genügend Stoff für unsere Bürgerinitiative und viele interessante Aktionen und Artikel boten.

Krömers Traum

Es begann ganz harmlos und nett mit unserem Filmabend am 14.01.2010. Wir zeigten „Henners Traum“ einen ebenso leisen wie entlarvenden Dokumentarfilm des hessischen Filmemachers Klaus Stern über die vollständig sinnlosen Aktivitäten eines hessischen Gemeindebürgermeisters, um das größte Tourismusprojekt Europas in eine landschaftlich reizvolles aber leider sehr regenreiches Naturschutzgebiet zu holen.

„.. das wird ein Leuchtturmprojekt! 5 Luxushotels, 5 Sterne, 5 Golfplätze“

Ähnliche Sprüche sollte man in diesem Jahr auch am Gasometer noch häufiger hören.

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Mittelfristig mit Ed Koch und der Gasag

Es gibt Meldungen, die keine sind. So wie diese aus dem notorisch schwadronierenden “Informationsdienst” paperpress, der in seiner Ausgabe vom 02.11.2010 sinngemäß vermeldete:

Eine Tochtergesellschaft der GASAG, die sich NBB nennt (Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg), hat auf dem “Gasaggelände” ihre Zentrale eingerichtet. Seit 2009 ist sie “für die Sparten Gas, Wasser, Strom, Fernwärme und Abwasser bei den Stadtwerken Forst-Lausitz verantwortlich”, will sich aber demnächst “grundsätzlich um Störungen im Energiebereich” kümmern, und zwar mithilfe eines noch zu gründenden Vereins namens KKI (Kompetenzzentrum kritische Infrastruktur), der “bei voller Arbeitsaufnahme mittelfristig 55 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen wird”.

Das wäre dann etwa 1/100 dessen, was Bezirkstadtrat Krömer öffentlich behauptet hat. Am 23. April 2008 nannte er in der “Berliner Woche” im Zusammenhang mit dem B-Plan 7-29 die “Schaffung von zirka 5000 neuen Arbeitsplätzen”, mit denen EUREF “zur Attraktivität des Bezirks” beitragen werde.

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Design or not Design

BI-Gasometer Logo (alt)

BI-Gasometer Logo (alt)

… wer seinen Shakespeare gelesen hat, kennt Hamlet als Urheber dieser Frage aller Fragen. Zwar geht es bei der Webseite der BI-Gasometer nicht darum, einen Ehrenpreis in Webdesign zu gewinnen. Immerhin hat unser “altes” Layout mit dem niedlichen kleinen Himmelgasometer mehr als zwei Jahre gehalten und wurde allgemein als übersichtlich und praktisch gelobt.

Fotomontage: Riss am Gasometer

Fotomontage: Riss am Gasometer

Aber wenn die Botschaft wichtiger ist als das Design, und wenn Hamburger Rechtsanwälte im Auftrag eines Berliner Immobilienentwicklers eifrig mitlesen und mangels Ortskenntnis nicht erkennen können, dass dieses Bild in dem Artikel über Zerwürfnisse zwischen Bezirksamt und den Machern am Gasometer eine Fotomontage ist.

Und das alles nur, weil unser altes Layout leider Bildunterschriften nicht ordentlich unterstützte.

Mit der Folge, dass der kleine Webmaster dieser Seiten jetzt gegen den großen Projektentwickler am Gasometer hässliche kleine Gerichtsverfahren führen muss und schöne Fotomontagen vorübergehend verunstalten musste, um auch Ortsunkundigen zu signalisieren, dass der Spalt kein Loch, das Rathaus Schöneberg vom Gasometer gar weit weg und die Montage eine Montage ist.

Spätestens dann ist es -um mal bei Hamlet zu bleiben- an der Zeit, das Layout zu ändern. Damit es dann heißen kann

.. to oppose the strings and arrows of outrageous fortune, and by opposing end them.

Wir danken den Machern von wordpress für die gelungene Version 3.0 und das funktionale neue Standard-Theme und können uns zukünftig einfacher und -hoffentlich- übersichtlicher den wichtigen Dingen widmen. Wozu natürlich auch Design gehört.

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Geothermie am Gasometer?

Gefahr durch Tiefenbohrungen am Gasometer?

Geothermie-Anlage Island (Quelle: Wikipedia)

Geothermie-Anlage Island (Quelle: Wikipedia)

Immer wieder geistern Meldungen durch die Presse, am Gasometer würden Tiefenbohrungen zur Gewinnung von Erdwärme (Geothermie) stattfinden oder geplant sein.

Das Bezirksamt gibt sich hierzu, wie zuletzt in einer Antwort auf eine Große Anfrage der Fraktion die Linke in der BVV, wenig auskunftsfreudig. Dies beunruhigt viele Anwohner und die BI Gasometer bekommt bei Ständen immer wieder die Frage gestellt:

Kommt es jetzt am Gasometer zu Tiefenbohrungen und könnten dadurch die umliegenden Häuser beschädigt werden?

Die Antwort auf diese Frage ist: Vielleicht, das können wir heute nicht wissen!

In der Tat wurde der GASAG eine bergrechtliche Genehmigung zur Ausbeutung von Geothermie mittels Tiefenbohrungen erteilt. Die Genehmigung, an der das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg nach eigenen Angaben nur im Rahmen der Behördenbeteiligung mitgewirkt hat, umfasst ein Gebiet von 63 Quadratkilometern mit dem Zentrum auf dem Gelände des ehemaligen Flughafen Tempelhof.1

Dies bedeutet nach Auskunft des BA Tempelhof-Schöneberg jedoch nicht, dass für das Gasometer-Gelände oder andere Punkte auf diesem sehr großen Areal bereits eine Bohrgenehmigung erteilt wurde. Dies ist Bestandteil eines späteren Genehmigungsverfahrens.2

Weiterlesen

  1. Antwort Bezirksstadtrat Schworck (SPD) Drucksache Nr. 1448 zu Frage 2 []
  2. ebenda []