Kein Wohnen im Gasometer

2008-12-28_GasometerSchöner Wohnen im Gasometer titelte die Berliner Morgenpost am 18.03.2015 und beweist damit, dass Projektentwickler Reinhard Müller, der Macher am Schöneberger Gasometer, immer wieder für realitätsferne Ankündigungen gut ist. Von der Zukunftsvision zweier Architekturstudenten aus Braunschweig ist da die Rede, wonach 600 Menschen in knapp 300 Wohnungen in der stählernen Rotunde wohnen sollen. Und Müllers Chefarchitekt Johannes Tücks sei zu dem Ergebnis gekommen,

dass die Rotunde durchaus als Wohnort geeignet ist-allerdings nicht in den von den Studenten avisierten Dimensionen.

„Trotzdem bliebe so Platz für 100-120 Wohnungen“,

wird Reinhard Müller von der Morgenpost zitiert.

Mit der planungsrechtlichen Realität am Schöneberger Gasometer hat all das wenig zu tun. Vielmehr sieht es so aus, als habe Reinhard Mueller einmal mehr auf die falsche Nutzung gesetzt und versuche nun, dies mit waghalsigen Aktionen und vollmundigen Ankündigungen zu ändern.

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40 Prozent Blödsinn und schlecht erschlossen

Momentan entwickelt sich das Euref-Gelände am Gasometer zu einer schlecht erschlossenen Sackgasse. Durch die großen Baustellen für die Umgestaltung der Grünstreifen entlang der Bahn ist die ohnehin wenig verkehrsgünstige, schmale und steile Torgauer Straße unzugänglicher als je zuvor. Und ob es die für eine noch dichtere Bebauung und das Inkrafttreten des Bebauungsplan 7-29 notwendige Erschließungsstraße je geben wird, ist weiterhin fraglich. Denn hinter den Kulissen wird um die Kosten gefeilscht. Und wie aus Kreisen der Bezirksverordneten zu hören ist, glauben dort viele den 40 Prozent Blödsinn.

Zur Erinnerung noch einmal kurz der Vorlauf: In einer handstreichartigen Aktion, wie sie sonst wohl nur in Bananenrepubliken üblich sein dürfte, hatten der nach den Berliner Neuwahlen kurz vor seiner Abberufung stehende ehemalige Baustadtrat Bernd Krömer Weiterlesen

Die Riesen kommen!

Das Landesdenkmalamt sprach in seiner Stellungnahme zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für das alte Gaswerk Schöneberg 2008 von einer “Verzwergung” des Denkmalensembles, konnte oder wollte sich jedoch letztlich nicht durchsetzen. Jetzt sehen wir die Folgen: Das geschützte Denkmal Gaswerk Schöneberg wird zugebaut.
Am 14. September 2011 wurde der Grundstein für den ersten Hochhaus-Riesen auf dem Baufeld 7 in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit gelegt. Das Baurecht hierfür wurde am 16.03.2011 mit der Verabschiedung des umstrittenen Bebauungsplans 7-29 von der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg geschaffen. Da der Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig ist, wurde am 16.03. und am 22.06.2011 zusätzlich Planungsreife für vier Baufelder beschlossen. Danach dürfen die “Riesen” mit Bauhöhen von 29,5 m bis 55 m auf den Baufeldern 6, 7, 8 und 15 gebaut werden. Vorgesehen ist jeweils ein Bürogebäude mit zweigeschossiger Tiefgarage und Gastronomie im Erdgeschoss. Im obersten Geschoss des Baufeldes 8 ist zusätzlich ein Penthouse angedacht.

Wie könnten die Riesen aussehen?

Simulation Baumassen Baufelder Nord
Bild 1: Fotomontage Baufelder Nord (Grundlagen: siehe Erläuterung)

Wir haben anhand unserer Informationen aus den Beschlüssen der BVV ein Computermodell mit den vier Baukörpern in 3-D erstellt und daraus eine Fotomontage und einen Lageplan mit einer Darstellung der Verschattung angefertigt. Der Schattenwurf wurde für den 16.07.2011 um 17:25 Uhr (Sommerzeit) in Berlin berechnet. Die Fotomontage zeigt die maximal zulässigen Baumassen und keine konkreten Architekturentwürfe. Unsere Darstellungen basieren auf den Ausweisungen des Bebauungsplans 7-29 in Verbindung mit den Beschlüssen zur Planungsreife.
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Cheruskerpark Nord bleibt übersichtlich

Vor etwa einem Jahr am 03.07.2010 eröffnete der für Bürgerdienste, Ordnungsaufgaben, Natur und Umwelt zuständige Stadtrat Oliver Schworck (SPD) die neue Grünfläche auf der Nordspitze und den mit erheblichen Mitteln von Grün, Bäumen und Büschen weitgehend befreiten Teil des nördlichen Cheruskerparks.

Wie kurz darauf am Lassenpark war es zuvor zu heftigen Protesten der Anwohner gekommen, weil der Stadtrat dort wie hier ohne Kommunikation mit den Anwohnern zahlreiche Bäume und Büsche gerodet, viel Tiefbau beauftragt und seine höchstpersönlichen Vorstellungen von einer übersichtlichen Parkanlage durchgesetzt hatte. Weiterlesen

Das Torgauer Problem

Ansicht Torgauer Straße von der Dominicusstraße

Ansicht Torgauer Straße von der Dominicusstraße

Jeder Schöneberger rund um den Gasometer weiß, in welch grauenhaftem Zustand die Torgauer Straße von der Cheruskerstraße bis zur Dominicusstraße ist. Und auf unserem Bild ist die Straße noch nicht einmal zugeparkt und mit Auto-Transportern zugestellt. Diese Straße soll ein Kerngebiet und ein neues Bürohochhaus mit mehr als 40.000 m² Bürofläche versorgen? Wohl kaum.

Wie wir in unserer Stellungnahme von heute zu diesem Thema beschreiben, wurde hier nicht nur gepfuscht, indem der aktuelle Zustand der Torgauer Straße in den Verkehrsgutachten des Bezirksamts überhaupt nicht erwähnt wurde. Es wurde auch vernachlässigt, dass die Torgauer Straße nicht zur Aufnahme großer Verkehrsmengen geeignet ist. Offenbar hat das um Eile bemühte Bezirksamt noch nicht einmal das Tiefbauamt eingeschaltet oder um eine Stellungnahme gebeten. In unserer Stellungnahme heißt es:

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Bezirk mauert – vorzeitige Planreife und Hochhaus

Cheruskerpark von Norden (Foto: Emma P.)

Es sieht so aus, als seien die Vertreter von CDU und SPD in der BVV von allen guten Geistern verlassen: In der Sitzung des Stadtplanungsausschusses vom 09.03.2010 stimmten die Vertreter dieser Fraktionen mit jeweils einer Enthaltung für einen Antrag, der gleichzeitig die vorzeitige Planreife für ein Kerngebiet auf dem Gasometergelände feststellt und sich positiv zu einer Baugenehmigung für ein Hochhaus nördlich des Gasometers verhält, das dann den gerade neu hergestellten Cheruskerpark auf der Nordspitze gründlich verschattet. Damit liegen jedenfalls mehr als 400.000 EUR des Bezirks zukünftig im Schatten, wenn dieses Bauprojekt verwirklicht wird.

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Bezirk verschleudert Geld für Projektentwickler?

1900 m² Bahnböschung - die "Grünfläche"

1900 m² Bahnböschung - die "Grünfläche"

Haushaltsauswirkungen: Keine. So steht es lapidar in dem von Bezirksstadtrat Bernd Krömer (CDU) verantworteten Beschlussentwurf für die Feststellung der vorzeitigen Planreife und die Genehmigung eines Hochhauses mit 11 Geschossen und 38 Metern Höhe am südlichen Rand des Gasometer-Geländes. Ganz zutreffend ist das nicht. Der Bezirk kauft rund um das Plangebiet Flächen an – und das ist nicht umsonst.

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BI Gasometer fordert: Keine vorzeitige Planreife für 7-29!

Scheinbar hat es der Bezirk Tempelhof-Schöneberg sehr eilig, wenn es darum geht, Projektentwickler Reinhard Müller am Gasometer handfeste Vorteile zu verschaffen. Und weil die für eine profitable Kerngebietsausweisung notwendige Zustimmung der Deutschen Bahn zu einer Kreuzung ihrer wichtigen Bahntrasse entlang der Torgauer Straße immer noch nicht vorliegt, versucht Baustadtrat Bernd Krömer (CDU) es jetzt zusammen mit der SPD anders herum. Es soll gleichzeitig ein Bürohochhaus mit rund 46.000 m² Geschossfläche genehmigt und die vorzeitige Planreife für ein Kerngebiet beschlossen werden. Sie können sich gegen dieses Anliegen mit unserer Online-Petition wenden.

Die Sachargumente sprechen gegen diese Praktiken. Wir fordern die Bezirkspolitiker in unserem heute versandten Schreiben daher auf,

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Krömers zweiter Anlauf

2011-02-10_Planübersicht1Beim zweiten Versuch kann man es besser machen, oder aber man versucht es mit derselben Masche noch einmal. Letzteres ist zwar kein intelligenter Plan, aber beim ersten Mal haben die Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung in der überwiegenden Mehrheit ja auch nichts gemerkt.

Worum geht es: Baustadtrat Krömer hat zur letzten BVV-Sitzung im Februar nachträglich den Bebauungsplan 7-29 für das Gelände am Gasometer auf die Tagesordnung setzen lassen. Die Drucksache 1729/XVIII enthält nicht nur eine erneute Abstimmung über den in jeder Hinsicht „großzügigen“ Bebauungsplan, sondern will auch die Zustimmung für einen Bauantrag auf dem Gelände vor der Rechtsgültigkeit des B-Plans erreichen. Der Antrag ist in den zuständigen Ausschuss überwiesen worden. Jetzt also wird zunächst am 9. März 2011 (ab 17 Uhr) im öffentlichen Stadtplanungsausschuss darüber beraten.

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100 Jahre Gasometer

Ein Jubiläum steht an in Schöneberg: Sein bekanntestes Wahrzeichen wurde vor 100 Jahren errichtet.Seit 1994 ist das ehemalige Gaswerk Schöneberg eine denkmal­geschützte Gesamtanlage. Die problematische Situation des alten Gasometers wird vom Bezirksamt und der Denk­malbehörde weitgehend ignoriert – genauso wie das Jubiläum. Das hat seine Gründe.

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