Zementwerk auf dem Gasometergelände

Beinahe bei jeder Gelegenheit äußert der amtierende Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg Bernd Krömer (CDU), die Anwohner des Gasometers sollten doch froh sein, wenn dort ein Kerngebiet mit Hochhäusern entsteht. Denn ansonsten würde dort ganz schnell ein Investor kommen, der ein Zementwerk baut. Es handele sich ja um ein Industriegebiet. Und dann würden die Anwohner ja schon sehen. Zementwerk

Das hört sich gut an im Sinne des forschen Baustadtrates und macht sich sicherlich gut in Bierzelten und auf Volksfesten. Ist aber leider totaler Unfug:

Jedes neue bauliche Vorhaben (auch ein Zementwerk) muss genehmigt werden. Und da ist die planungsrechtliche Zulässigkeit noch die geringste Hürde: Immissionsschutz (Lärm, Staub, andere Umweltbelastungen) hat in 50 Meter Entfernung von zwei großen Wohngebieten absoluten Vorrang. Der Investor würde auf dem Gasomter-Gelände noch nicht einmal einen Schweinestall genehmigt bekommen.

Um diesem peinlichen Populismus zuvor zu kommen, hat der AK Planen unserer BI eine Anfrage Zementwerk getätigt: Herr Krömer sollte einmal Farbe bekennen. Entweder sachlich. Oder gar nicht.

2 Gedanken zu „Zementwerk auf dem Gasometergelände

  1. Vielleicht soll ja das virtuelle Zementwerk (BTW: keinen Investor würde diese Standortwahl überzeugen, wenn der Rohstoff UND das Endprodukt kostenerzeugend transportiert werden müssten) ja auch in der angrenzenden Schöneberger Linse entstehen 😉
    Siehe auch Tagesspiegel-Artikel vom 19.06.2008

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