Tiefgarage wird nachts betoniert

Baugrube an der Nordspitze

Die Baugrube auf dem aktuellen Bild nebenan will gefüllt werden. Ein Anwohner aus dem gegenüber der Nordspitze gelegenen Haus Cheruskerstraße 7 wurde durch die Senatsverwaltung darüber informiert, dass die Betonierarbeiten für die Tiefgarage des Hochhauses in der Nacht vom 14. auf den 15.12.2011 auch nach 22.00 Uhr bis 01.00 Uhr nachts mit Lärmpegeln von bis zu 62 dbA (gemessen 0,5 Meter vor dem geöffneten Fenster der am nächsten an der Baustelle gelegenen Fenster) durchgeführt werden dürfen. Kurzfristige Überschreitungen dieses ohnehin schon hohen Lärmpegels um bis zu 8 dbA (Lärmspitzen) sind zulässig.

Die erhebliche Überschreitung der zur Nachtzeit zulässigen Höchstwerte (zulässig sind ab 22 Uhr in allgemeinen Wohngebieten 40 dbA) wird durch die Senatsverwaltung mit technischen Anforderungen des Bauherren begründet: Viel Beton muss ohne Unterbrechung verarbeitet werden. Nach einschlägigen Veröffentlichungen entspricht ein um 10 dbA angehobener Pegel subjektiv -also beim betroffenen Anwohner- einer Verdoppelung des Schallpegels. Da mag sich jede/r ausrechnen, um wieviel Prozent sich der Lärmpegel vor den Fenstern der Cherusker- und Ebersstraße hier erhöht.

Und von durchfahrenden Betonmischern in der Torgauer Straße (die nach einstimmigem Beschluss der BVV schon in der letzten Wahlperiode am östlichen Ende geschlossen werden sollte) ist weiterer Lärm zu erwarten. Proteste sind ausdrücklich erwünscht.

 

Torgauer I: Geheime Geschenke

Torgauer Straße

Torgauer Straße

Auf den ersten Blick gibt es kaum eine unattraktivere Straße in Schöneberg. Wenn man zwischen den Eisenbahnbrücken am S-Bahnhof Schöneberg in die alte mit Kopfstein gepflasterte enge Straße abbiegt, die zwischen hohen Mauern eingezwängt ist, verlässt man den Sachsendamm und befindet sich in der Torgauer Straße. Alles andere als einladend, führt sie bergan und bietet neben holprigem Pflaster den vermutlich engsten Bürgersteig Schönebergs.

Ein großes Immobilienschild am Sachsendamm verkündet die Heilsbotschaft eines Immobilienprojekts, wenn man sich durch die Gasse hindurch wagt: Das „Europäische Energieforum“ wirbt um Partner.

Werbeschild am Sachsendamm

Werbeschild am Sachsendamm

Oben angekommen sieht man zunächst nichts von den Phantasien des Projektentwicklers Reinhard Müller. Eine Einfahrt führt auf das Gelände Torgauer Straße 12-15, auf dem als erstes die schon lange ansässige Firma Begatec zu sehen ist. Ein Backsteingebäude an der Straße in gotischem Stil verrät jedoch, wer hier einst residierte, nämlich die erste Gasanstalt südlich von Berlin, die sich an der Berlin-Potsdamer-Eisenbahnstrecke 1871 niederließ. Das Reglerhaus diente der Einspeisung des Gases in das öffentliche Netz. Weiterlesen

Torgauer Straße im Nebel

Die Stadt und die Torgauer Straße -momentan einzige Zufahrt zum geplanten Kerngebiet am Schöneberger Gasometer- lagen im Nebel, als die BVV Tempelhof-Schöneberg gestern das neue Bezirksamt wählte. Inhaltlich gab es nach den intensiven Abstimmungsgesprächen zwischen SPD und Grünen eine recht umfangreiche Zählgemeinschaftsvereinbarung, auf deren Grundlage Angelika Schöttler (SPD) mit deutlicher Mehrheit zur Bezirksbürgermeisterin gewählt wurde. Die CDU hatte die personellen Vorschläge der anderen Parteien unterstützt, so dass auch für die Personalvorschläge der CDU mit zwei Stadträten (Schule und Hochbau) sowie die von den Grünen gestellte “Superstadträtin” Dr. Sibyll Klotz (Stadtplanung, Soziales, Gesundheit u.a.) deutliche Mehrheiten zustande kamen. Selbst der wegen seiner problematischen Kommunikation in der letzten Wahlperiode wenig beliebte Stadtrat Oliver Schworck (SPD) wurde mit ausreichender Mehrheit in seinem neuen Amt als Jugendstadtrat bestätigt. Weiterlesen

Provinzgeschichten: Gelder, Sponsoren und Eitelkeiten

KITS Nr. 39; Quelle: Bezirksamt TS

Unsere Seite über Lokalpolitiker am Gasometer ist fertig: Einflussnahme kann so einfach sein, wenn die Politik keine Distanz zu fremden Geldern hält. Bereits 2009 hatten wir die Grundregeln des Lobbying am Beispiel der Energie-Universität dargestellt. Die Regeln zur Korruptionserkennung und -bekämpfung sind schlicht, die Rezepte für die Einflussnahme auf Provinzpolitiker auch. Regeln für gutes Verhalten gegenüber Interessen Außenstehender scheinen jedoch in Schöneberg nicht zu gelten.

Da kauft der frühere Bezirksbügermeister einen Maulkorb für 630 EUR monatlich. Da tricksen und lügen Stadträte wie Bernd Krömer (CDU) nach Herzenslust, wenn es darum geht, einem Vorhabenträger am Gasometer Vorteile zu verschaffen. Die Jugendstadträtin und Spitzenkandidatin der SPD verstrickt sich in ein undurchsichtiges Geflecht aus nicht abgerechneten Sponsorengeldern, fremdfinanzierter Selbstdarstellung und Gefälligkeiten aller Art. Da werden Posten in der Bezirksverwaltung aufgespalten zwischen Rathaus Friedenau und einer Villa in Tempelhof, während der Stelleninhaber sich mit weitschweifigen Gesellschaftsgeschichten als bezirksamtsgeförderter Gesellschaftskolumnist a la Baby Schimmerlos beschäftigt.

Dies und die persönlichen Wege der Politiker und Akteure in Schöneberg waren uns eine eigene Seite wert. Unter Lokalpolitiker lesen Sie mehr über Geschichten aus der kleinen Provinz Schöneberg.

Guten Abend!

ContainerdorfDa musste man sich erst mal die Augen reiben: Kaum zu glauben, was man da sah in der Abendschau am 3. Oktober 2011. War das wirklich das Gasometer-Gelände Schöneberg in seinem jetzigen Zustand?

Der markante Gasbehälter ist natürlich fotogen, und die Kamera setzte ihn immer wieder in Szene – allerdings ohne die zahlreichen Löcher, die roten Türen, die umgebenden Container und die immer weiter um sich greifenden technischen Geräte für Klimatechnik und Gebläse, die offenbar notwendig für das Betreiben eines funktionierenden Fernsehstudios sind.

Dafür gab es reichlich Schaubilder des Projektentwicklers aus der Vogelperspektive, die immer wieder mal kurz eingeblendet und mit der Kamera im Schwenk gezeigt wurden. Ordentlich kommentiert wurden sie nicht. Aber es ging ja ohnehin so schnell, dass der Abendschau-Zuschauer sich genauso wenig einen Eindruck verschaffen konnte wie vom tatsächlichen Zustand des Geländes heute.

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Die Riesen kommen!

Das Landesdenkmalamt sprach in seiner Stellungnahme zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplans für das alte Gaswerk Schöneberg 2008 von einer “Verzwergung” des Denkmalensembles, konnte oder wollte sich jedoch letztlich nicht durchsetzen. Jetzt sehen wir die Folgen: Das geschützte Denkmal Gaswerk Schöneberg wird zugebaut.
Am 14. September 2011 wurde der Grundstein für den ersten Hochhaus-Riesen auf dem Baufeld 7 in Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit gelegt. Das Baurecht hierfür wurde am 16.03.2011 mit der Verabschiedung des umstrittenen Bebauungsplans 7-29 von der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg geschaffen. Da der Bebauungsplan noch nicht rechtskräftig ist, wurde am 16.03. und am 22.06.2011 zusätzlich Planungsreife für vier Baufelder beschlossen. Danach dürfen die “Riesen” mit Bauhöhen von 29,5 m bis 55 m auf den Baufeldern 6, 7, 8 und 15 gebaut werden. Vorgesehen ist jeweils ein Bürogebäude mit zweigeschossiger Tiefgarage und Gastronomie im Erdgeschoss. Im obersten Geschoss des Baufeldes 8 ist zusätzlich ein Penthouse angedacht.

Wie könnten die Riesen aussehen?

Simulation Baumassen Baufelder Nord
Bild 1: Fotomontage Baufelder Nord (Grundlagen: siehe Erläuterung)

Wir haben anhand unserer Informationen aus den Beschlüssen der BVV ein Computermodell mit den vier Baukörpern in 3-D erstellt und daraus eine Fotomontage und einen Lageplan mit einer Darstellung der Verschattung angefertigt. Der Schattenwurf wurde für den 16.07.2011 um 17:25 Uhr (Sommerzeit) in Berlin berechnet. Die Fotomontage zeigt die maximal zulässigen Baumassen und keine konkreten Architekturentwürfe. Unsere Darstellungen basieren auf den Ausweisungen des Bebauungsplans 7-29 in Verbindung mit den Beschlüssen zur Planungsreife.
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140 Jahre Gaswerk Schöneberg

Am Wasserbassin des Gasometers IV, um 1913

Am Wasserbassin des Gasometers IV, um 1913

Zum Tag des offenen Denkmals lädt die BI Gasometer am Samstag (10.9.) und Sonntag (11.9.) um 12, 14 und 16 Uhr wie im letzten Jahr zu Führungen ein. Wir starten im nördlichen Cheruskerpark (Eingang ist in der Cherusker-/Ecke Roßbachstraße) und führen durch das Parkgelände am früheren Gaswerk entlang bis zur Torgauer Straße. Das Grundstück und der Gasometer werden für Besucher am Wochenende geschlossen sein.

Unterwegs wollen wir von der Gründung des Gaswerks vor 140 Jahren bis hin zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Gelände berichten. Alle sieben denkmalgeschützten Bauwerke werden bei der Führung Thema sein. Einen Schwerpunkt erhält natürlich das Wahrzeichen Schönebergs, der 78 m hohe Gasometer. Weiterlesen

Denkmalschändung und Druckgebläse

Was hier so faszinierend glitzert, ist nur ein Loch im Wasserbehälter des Schöneberger Gasometers. Immer neue Nutzungen im Gasometer führen zu ständigen Eingriffen und keinem denkmalgerechten Umgang mit dem Industriedenkmal. Es wurden große Löcher in den Wasserbehälter an der östlichen Seite des Gasometers geschnitten, um Installationen und ein Druckluftgebläse anzudocken. Dies ist kein schöner Anblick.

Vor allem aber sieht der Gasometer durch diese lieblosen und in “Hau-Ruck-Manier” durchgeführten Umbauaktionen immer mehr aus wie der Hinterhof eines billigen Rummelplatzes. Was er in gewisser Weise auch geworden ist, denn ein schlüssiges und unter dem Gesichtspunkt der Denkmalpflege befriedigendes Konzept für eine Nutzung des Wasserbehälters ist bis heute nicht bekannt. Die aktuellen Änderungen scheinen auf die neue Nutzung als Fernsehstudio zurückzuführen zu sein. Weiterlesen

Nordspitze reloaded

Krömer und Schworck, Parkeröffnung Juli 2010

Die Nordspitze hat uns vor allem 2009 beschäftigt, aber wir sind dran geblieben! Deshalb gibt es jetzt eine Zusammenfassung der weiteren Entwicklungen auf unserer Seite “Nordspitze”.

Die Geldverschwendung des Stadtrats Schworck, die Gefälligkeiten des Stadtrats Krömer und die Verleumdung der ehemaligen Stadträtin Ziemer gehören zu den brisanten Details. Unser Bericht ist leider immer noch aktuell!

Wahlprogramme am Gasometer Schöneberg

Flyer der Grünen von 2008

Flyer der Grünen von 2008

Im Wahlkampf werden bekanntermaßen gern Phrasen gedroschen. An erster Stelle in den Wahlprogrammen. Welche verschlüsselten Botschaften könnten sich dennoch hinter den Worthülsen verbergen? So eindeutig und kämpferisch wie im Flyer der Grünen im Oktober 2008 (nebenstehendes Bild) ist es heute nicht mehr.

Nehmen wir also mal die Programme hier aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg zur Hand, um nachzulesen, was die Parteien zum Thema Entwicklung auf dem alten Gaswerksgelände in Schöneberg eingefallen ist. Immerhin ein heißes Thema kommunaler Bauplanung der jetzt ablaufenden Wahlperiode.

Bei CDU und SPD hatte man sich ja überschlagen, das Projekt „EUREF“ in den höchsten Tönen zu loben. Diese „große Koalition“ funktionierte prima. Baustadtrat Bernd Krömer (CDU) nennt die Planungen bis heute ein „Leuchtturmprojekt“ für den Bezirk. Der scheidende Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) wurde nie müde, das Megabauprojekt als Zierde des Bezirks in Szene zu setzen.

SPD

Seine Partei scheint sich dem nicht mehr so ganz anschließen zu wollen. Jedenfalls heißt es im Wahlprogramm der SPD Tempelhof-Schöneberg relativ zurückhaltend gegenüber früheren Lobhudeleien: Weiterlesen