Höhen und Tiefen von Stadtplanung

Zuerst und zuletzt geht es immer um Geschossflächen und damit (das Grundstück wird ja nicht größer) um die Höhe der Bebauung auf einem Grundstück wie dem Gasometergelände. Die Grünen haben für ihre Veranstaltung am 22.10.2008 einen (finde ich) sehr guten Flyer gemacht. Und der enthält eine recht aufschlussreiche Grafik:

Höhenentwicklung in der Planung

Höhenentwicklung in der Planung

Besonders bemerkenswert ist die feine rote Linie am unteren Rand. Das ist die Höhe der umliegenden Wohnbebauung. Unsere Aktive Heike hatte das (nicht ganz maßstabsgerecht, aber umso eindrucksvoller) vor längerer Zeit mit einer eigenen Montage auf den Punkt gebracht. Doch die reinen Blockschaubilder sind ebenso eindrucksvoll für mich. Die Landesdenkmalbehörde hatte in ihrer Stellungnahme diese angestrebten Höhen als “Verzwergung” und “Marginalisierung” von Baudenkmälern bezeichnet.

Doch den Vogel schießt die SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung ab. Mit dieser Anzeige

Anzeige SPD-Fraktion

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will man zu erkennen geben, dass Stadtplanung dort nicht von oben nach unten betrieben wird. Was in meinen Augen eine glatte Lüge ist.

Die Abteilung der SPD (also die inhaltlich interessierten, leider aber nicht an den Entscheidungsprozessen beteiligten SPD Mitglieder) haben mit Vertretern der BI Gasometer in mehreren Sitzungen ergebnisoffen und kritisch die Wünsche des Projektentwicklers diskutiert. Leider fanden diese Diskussionen bisher nur sehr begrenzt Eingang in die Entscheidungsprozesse der BVV-Fraktion. Deren Mitglieder (von denen die meisten in Tempelhof wohnen) zeichneten sich bisher vor allem durch launige und zweckfreie Bemerkungen aus, die man als Anwohner und Bürger nicht so gern hört. Beispielsweise (Berliner Akzent ist nicht authentisch):

  • Wat wolln se denn überhaupt? (Da hatten wir uns leider überhaupt nicht informiert)
  • Iss doch jut, wenn da wat passiert. (Das ist die mit Verlaub dümmstmögliche Variante von Stadtplanung)
  • Also bei diesem Projektentwickler habe ich einfach ein gutes Bauchgefühl. (Das hat aber mit Planung nichts zu tun)

Immerhin will sich die SPD-Fraktion jetzt doch noch einmal inhaltlich mit den planerischen Vorgaben befassen. Wir sind gespannt.

Potsdamer Platz am Gasometer

Unsere “‘Grafikabteilung” in der Cheruskerstraße hat wieder zugeschlagen: Zur Vorbereitung der Veranstaltung am Donnerstag, dem 12.06.02008 hat Heike eine Grafik erstellt, aus der die Baumassen der gegenwärtigen Planung sehr gut erkennbar sind und auch, wie der Gasometer dadurch verschandelt, “verzwergt” und verunstaltet würde:

Gasometer und Baumassen

Die Grafik montiert ein reales Foto vom Dach eines Hauses (Cherusker/Rossbachstraße, etwa 20 Meter Höhe) gegen ebenso reale Ansichten der Bauten des Potsdamer Platzes. Die mit Verlaub Übelkeit erregende Füllung des Gasometers wurde aus einem Foto der Modelle des Projektentwicklers Müller extrahiert. Weitere Ansichten des Gasometers immer aktuell auf www.gasometer-schoeneberg.de . Wer will das, wer braucht das?