Maserati des Treberfürsten geblitzt

Der Chef der Berliner Treberhilfe, Harald Ehlert, ist in Schöneberg kein Unbekannter. Er wurde durch einen längeren Bericht im Tagesspiegel mit der Überschrift “Hol schon mal den Maserati” auch berlinweit bekannt. Exzentrische Selbstdarstellung ist eine seiner Leidenschaften, dazu dient ihm auch ein Maserati als Dienstwagen, den er auch in der Presse nicht verschweigt. Jetzt kam es laut Berliner Morgenpost zu einem Vorfall: Die Radarfalle in der Müritz schnappte zu und nun wird darüber gestritten, ob das Fahrtenbuch den schnellen “Sozialkapitalisten” (O-Ton Ehlert) zukünftig begleitet.

Damit hat Ehlert dem Projektentwickler Reinhard Müller am Schöneberger Gasometer nach meiner Einschätzung mehrere Dinge voraus: Für die Angebote der Treberhilfe gibt es eine sehr stabile Nachfrage, was für die noch nicht gebauten Immobilien am Gasometer (wie etwa das an der Südspitze geplante Hotel) derzeit nicht der Fall zu sein scheint. Und Ehlert macht mit seinem Dienstwagen geschickt Imagewerbung. Womit Müller wiederum zurückhaltend ist, obwohl er (wie mir ein Journalist berichtete) jedenfalls früher einen Ferrari genutzt haben soll. Vielleicht ist diese “Dienstwagenfrage” aber auch Kalkül. Der Immobilienspekulant mit dem Ferrari ist ein Klischee, das man tunlichst nicht auch noch in der Öffentlichkeit bedienen sollte. Wohingegen der “Sozialkapitalist” mit dem Maserati einfach nur aus der Rolle fällt und dadurch Aufsehen erregen kann.