Gasometer dynamisch – eine kluge Idee

Eine gute Idee kam per Email an uns. Ich gebe das hier einfach wieder:

Kürzlich habe ich mit Freunden, die in der Cheruskerstr. wohnen, über das Gasometerprojekt gesprochen. Aufgefallen ist mir bei dem Rückgriff auf den Denkmalschutz und der damit verbundenen Festlegung der Neubauhöhe auf die maximale Höhe des Druckbehälters im bestehenden Stahlgerüst, dass historisch betrachtet, die Funktionshöhe des Druckbehälters je nach Gasverbrauch im Tages-und Nachtzyklus unterschiedliche Höhenpegel verursachte. Damit wurden unterschiedliche Volumenansichten erzeugt, mit differenzierten Durchblicksituationen für den Betrachter.

Nimmt man diese variable Funktion des Druckbehälters als Maßstab zur Bemessung für eine Durchschnittshöhe, so würde man im Ergebnis, denke ich,zunächst rein theoretisch unter der jetzt angestrebten Maximalhöhe liegen und würde damit einen interessanten und glaubwürdigeren Bezug zu einer,sich vormals in Bewegung befindlichen Vesorgungseinrichtung ( heute Industriedenkmal ) herstellen.

100% konsequent wäre dann ein hydraulisch betriebener flacherer Baukörper, der sich in der Höhe z.B. nach Sonnenständen nach oben oder nach unten verändert (investorenfeindlich).

Eine hervorragende Idee, finde ich. Wir Anwohner und Schöneberger lieben den Gasometer als Industriedenkmal. Er bekommt seine Gestalt durch die filigrane Gitterstruktur, die wegen ihrer enormen Ausmaße weithin sichtbar ist. Alte Schöneberger wissen, dass der Gasometer immer höchstens bis zum 4. Ring nach oben gefahren war im Betrieb. Und das war selten genug. Der Gasometer war also in seinem historischen Zustand (den der Denkmalschutz erhalten müsste) eigentlich immer zu maximal 2/3 hochgefahren und das auch nur über kurze Phasen.

Ein massiver Klotz, wie das der Investor jetzt plant und auf seinen inhaltlich falschen Modellen auch des historischen Gasometers darstellt, war der Gasometer auch zu seinen aktiven Zeiten vor mehr als 20 Jahren nicht.

Über den Autor

azche24
Ich wohne mit meiner Familie direkt vor dem Gasometer auf der roten Insel in Schöneberg. Und mag dieses Industriedenkmal und Wahrzeichen seit Jahren.

1 Kommentar zu "Gasometer dynamisch – eine kluge Idee"

  1. Christian Breßler | 11.03.08 um 14:54 |

    Tja, siehe dazu halt den potenziellen Investor:
    http://www.euref.de/images/20071218/Tittelbild%20350×709%205.jpg

    Der Titel des heutigen taz-Artikels bringt es so auf den Punkt: „Gasometer steht unter Hochdruck“

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