Wird der Gasometer ausgebaut?

So wie in unserer Fotomontage könnte es aussehen, wenn im Gasometer gebaut wird:

So könnte es aussehen: Fotomontage Wolfgang Leonhardt

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Projektentwickler Reinhard Müller (Euref) angeblich bereits im Frühjahr 2020 einen Bauantrag gestellt, der den vollständigen, jedenfalls möglichst umfassenden Ausbau des Gasometer Schöneberg mit einem Bürogebäude vorsieht. Tatsächlich wurde in der 35. Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung (bei erheblichen Zugangsbeschränkungen und damit praktisch halb öffentlich wegen Corona) unter dem Tagesordnungspunkt 7 ein neuer Bebauungsplanentwurf für das sogenannte Euref-Gelände am Schöneberger Gasometer vorgestellt durch den Bezirksstadtrat und unter den beiden folgenden Punkten eine Präsentation zum Stand der Verkehrsplanung zur Erschließung des Geländes (diese ist weiterhin als sehr problematisch einzustufen); danach erfolgte eine Präsentation zur Bebauung des Euref-Geländes durch den Bauherren. Unterlagen hierzu wie etwa der Bebauungsplanentwurf selbst, das durch die Verwaltung eingeholte Verkehrsgutachten oder die Präsentation der neuen Pläne finden sich auf der Webseite des Bezirksamts nicht. Die Sitzung fand wegen der Zugangsbeschränkungen faktisch unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Erst durch diverse – zum Teil widersprüchliche und wirre – Presseveröffentlichungen erfuhren wir während der Sommerpause seit Anfang Juli 2020, was Bezirksstadtrat Jörn Oltmann (Grüne) und Müllers Mannen am Gasometer Schöneberg vorhaben:

  • Euref will den Gasometer ausbauen – möglichst bis zum letzten Ring und dadurch 35.000 m² Bürofläche an dieser Stelle neu bauen – “ich werde es nicht machen, wenn es nicht so kommt, wie ich es möchte” lässt sich Reinhard Müller im Tagesspiegel vom 17.07.2020 zitieren.
  • dabei ist nicht klar, warum diese 35.000 m² unbedingt innerhalb des Gasometers gebaut werden müssen; soweit bekannt, will Euref dafür ein bereits geplantes anderes Gebäude auf dem Grundstück “einsparen” und setzt auf maximale Sichtbarkeit und maximale Veränderung des Gasometers. Aber dies sind momentan noch nicht bestätigte Informationen – hier wird das Bezirksamt noch einiges zu erläutern haben
  • Bezirksstadtrat Jörn Oltmann (Grüne) findet das im Prinzip gut, will aber nur bis zum vorletzten Ring bauen lassen. Dies hält er für einen großartigen Kompromiss und wird vom Tagesspiegel zitiert „Der Kiez wird es Ihnen danken und die Nachbarschaft auch“.
  • auf Nachfragen reagiert Oltmann unwirsch – er möchte die Sache offenbar möglichst schnell und geräuschlos über die Bühne bringen.
  • die Planstraße, seinerzeit Bedingung für die den inzwischen gescheiterten Bebauungsplan 7-29, ist obsolet, darüber sind sich jedenfalls Bezirk und Euref einig; der Autoverkehr habe nachgelassen, die meisten der Beschäftigten und Besucher auf dem Gelände kämen per Bahn, Bus und zu Fuß
  • allerdings beobachten meine Nachbarn und ich auf der Roten Insel schon seit Jahren intensiven Fahrzeugverkehr zur Parkplatzsuche mit Endziel Euref-Gelände. Große Limousinen fahren jeden Morgen zahlreich in die engen Straßen im Kiez ein, suchen nach Parkplätzen und entlassen danach ihre Besitzer zu Fuß Richtung Euref-Gelände. Hier will man offenbar Parkgebühren sparen. Das ist aber wohl nicht der “Fußverkehr”, von dem Bezirksamt und Euref sprechen.
  • Es gibt noch Diskussionen über die Gestaltung der Nordspitze – diese hatten Euref/Müller im Zuge eines fragwürdigen Tauschgeschäfts um 3500 m² zu Lasten des Bezirks verkleinert und mit öffentlichen Zuschüssen wegen der Altlasten saniert und hergerichtet. Dafür gab es insgesamt einen 7stelligen Zuschuss von Bezirk und GASAG. Die Vorschüsse wurden seinerzeit wegen der für Euref äußerst vorteilhaften Vertragsgestaltung nicht abgerechnet.1 Dieses Verfahren wurde damals durch den Landesrechnungshof kritisiert. Heute scheitert die von Euref gewünschte “schönere” Gestaltung der Freiflächen daran, dass seinerzeit statt Mutterboden einfacher Bausand aufgeschüttet wurde. Regenwasser oder künstliche Bewässerung versickern dadurch in kürzester Zeit. Dies hat die hierfür zuständige Stadträtin Christiane Heiß (Grüne) mit ihrem Amt der anfragenden SPD Fraktion bei einer Begehung des Geländes sogar demonstrieren können – Bewässerung zwecklos.

Es regt sich also eine unheilvolle Allianz vor allem aus SPD, Grünen, CDU, AfD und damit eine deutliche Mehrheit der BVV für einen fast vollständigen Ausbau des Gasometers – in der einen oder anderen Form.

Angeheizt von gezielten Indiskretionen und Presseveröffentlichungen soll der 2009 beschlossene Bebauungsplan 7-29 in veränderter Form möglichst schnell auf den Weg gebracht und noch vor den nächsten Abgeordnetenhauswahlen verabschiedet werden. Doch es regt sich Widerstand, sowohl von Seiten der Denkmalpflege, also auch in unserem Kiez – auf der Roten Insel – und auch innerhalb der Grünen – dazu später mehr.

Grafik: Wolfgang Leonhardt

  1. siehe den Report Nordspitze aus 2009, den wir verlinkt haben 

Bilderklau am Gasometer

Durch Zufall stolpere ich über einen Eintrag des Bundesministeriums für Umwelt und verwandte Angelegenheiten bei Instagram:

Screenshot

Screenshot des BmUB bei Instagram

Das Foto mit der Abendsonne hinter dem Gasometer kommt mir doch bekannt vor. Richtig: Es wurde im Dezember 2008 von einem Nachbarn aufgenommen und der Bürgerinitiative Gasometer zur Verfügung gestellt, um die Schönheit des bis heute nicht denkmalgerecht instand gesetzten Gasometers zu dokumentieren. Das Bild befand sich dann vorübergehend auf einer von mir aus technischen Gründen inzwischen vom Netz genommenen Webseite mit Bildern vom Gasometer und wurde von dort (ohne Quellenangabe und Erlaubnis) kopiert, um sodann unter Verletzung der Urheberrechte durch das Bundesministerium verwendet zu werden. Das Bild ist zwar beschnitten, jedoch ansonsten identisch mit dem in meinem Besitz befindlichen Original, das (sicherheitshalber verkleinert und mit Wasserzeichen) hier zu sehen ist:

das Original (copyright Alexander Ziemann für www.bi-gasometer.de)

das Original (copyright Alexander Ziemann für www.bi-gasometer.de)

 

Rot-Grüner Zoff am Gasometer

Als die von der SPD geführte Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Ende Januar die Baugenehmigung für zwei weitere Häuser am Gasometer erteilte, obwohl es dafür keine gesicherte planungsrechtliche Grundlage (mehr) gibt, kam der Zoff zwischen Grünen und SPD im Bezirk Tempelhof-Schöneberg in dieser Frage offen hervor. Auf die “Jubel-Erklärung” des Sprechers Götz der SPD, der sich im besonders SPD-affinen Organ der Schöneberger Kleinpresse “paperpress” hocherfreut zeigte,2016-02-10_PaperPress525R

reagierten die Grünen mit einer Erklärung ihres Sprechers Jörn Oltmann, aus der wir zitieren:

„Die Baugenehmigung erfolgt, ohne dass absehbar ist, wann der dafür notwendige Bebauungsplan festgesetzt werden kann. Es ist mehr als unverständlich, warum dem Vorhabenträger scheinbar alles genehmigt wird, ohne dass er hierfür selbst die notwendigen Bedingungen erfüllt.“

 

Fester Bestandteil des Bebauungsplans ist eine Erschließungsstraße, zu dessen Bau bzw. Finanzierung sich der Vorhabenträger verpflichtet hat. Dies ist für die Bündnisgrünen im doppelten Sinn problematisch, weil die Verpflichtung vom Vorhabenträger absehbar nicht erfüllt wird und andererseits die Torgauer Straße als Gefährdungspunkt völlig unterschätzt wird.

 

Schon jetzt können sich auf dem schmalen Fußweg kaum zwei Fußgänger gefahrlos begegnen. Einer von beiden muss auf die Straße ausweichen. Es ist nicht nachvollziehbar, warum dies bei der Frage der ausreichenden Erschließung immer ausgeblendet wird.

 

Zu der Pressemitteilung der SPD, die die Baugenehmigung von Senatsverwaltung für Stadtentwicklung begrüßt hat, kommentiert Oltmann nur kurz: „Es scheint die Aufgabe einzelner Bezirksverordneter der SPD zu sein, bei diesem Bauvorhaben alles zu bejubeln, was dem Vorhabenträger nützt. Leider wird hier nicht mal mehr der Versuch unternommen, die Grundlagen selbst zu hinterfragen. Dieses Niveau ist erschreckend.“

Jörn Oltmann kommt aus Bremen und ist meist sehr zurückhaltend in seiner Wortwahl.

Seine Äußerung im zweiten Absatz der Erklärung formuliert eher zurückhaltend, was meiner Meinung nach schon lange offenkundig ist: Die SPD hat sich von Projektentwickler Reinhard Müller einkaufen lassen mit kleinen Gefälligkeiten und flotten Sprüchen. Kleine Gefälligkeiten wie etwa Spenden für das Lieblingsblättchen der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Pressetermine für die Bürgermeisterin reichen offenbar aus, um die SPD in Tempelhof-Schöneberg geschmeidig zu machen. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Projektentwickler einen Vertrag nach dem anderen bricht, frei nach dem Motto “was kümmert mich das Geschwätz von gestern” und die SPD ihm im Gegenzug immer neue Vorteile verschafft, für die es nach dem Scheitern des Bebauungsplans 7-29 jedenfalls für mich und andere Juristen keine erkennbare Rechtsgrundlage gibt. Da staune ich: So preiswert ist die SPD zu haben.

Alles zu am Gasometer – hocherfreut

“Hocherfreut” zeigen sich die SPD-Fraktion der BVV Tempelhof-Schöneberg und der Hauskolumnist von Projektentwickler Reinhard Müller Ed Koch über die durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz am 22.01.2016 im Widerspruchsverfahren bewilligte Baugenehmigung für zwei weitere Häuser (Häuser 21 und 22)  auf dem Gelände am Schöneberger Gasometer. Was nun erfreulich daran ist, bleibt durchaus unklar. Mit diesen Baugenehmigungen jedenfalls geht es zukünftig noch enger zu am Gasometer, wo bereits jetzt kaum noch ein Sonnenstrahl zwischen den massigen und gesichtslosen Bürohäusern zu sehen ist.

2015-12-19 14.50.24

Der Baugenehmigung im Widerspruchsverfahren vorangegangen sind massive Interventionen des Projektentwicklers auf allen Ebenen der bezirklichen- und Landespolitik. Projektentwickler Müller fühlte sich dabei (wie schon oft zuvor) weder an Vereinbarungen, noch an Verträge gebunden. Die von ihm für eine Planreife seines kleinen Kerngebietes am Gasometer zu errichtende Verbindungsstraße auf das Gelände unter der Bahntrasse hindurch will er nicht mehr bauen, obwohl dafür sogar erhebliche Fördermittel durch das Land Berlin bereit gestellt wurden, die jetzt vermutlich verfallen. Ein Vollzug der angefangenen Planung für das Kerngebiet mit so genannter Planstraße vom Sachsendamm über die Torgauer Straße hinweg erfolgte nicht. Eine für die Erschließung dieses vermutlich am schlechtesten erschlossene “Möchtegern-Kerngebiet” Berlins erforderliche zusätzliche Straßenverbindung wird damit wohl in absehbarer Zeit nicht mehr kommen. Dafür erhält Reinhard Müller -sozusagen im Husarenstreich- erweitertes Baurecht für nunmehr insgesamt 85.000 m² Bruttogeschossfläche.

Eine planungsrechtliche Grundlage gibt es dafür nach Ansicht vieler Juristen nicht mehr. Dem Vernehmen nach waren alle Juristen sowohl im Bezirksamt, als auch in der Senatsverwaltung übereinstimmend der Ansicht, dass der Bebauungsplan 7-29 als Grundlage für weitere Genehmigungen auf Grundlage einer vorgezogenen Planreife hinfällig geworden ist, da das Verfahren durch den Vorhabenträger (die Firma von Reinhard Müller) nicht weiter betrieben wird. Grund genug für das Bezirksamt, den weiteren Bauantrag abzulehnen. Das Baurecht und Planungsrecht zu beugen, wie es die SPD-geführte Senatsverwaltung wohl getan hat, steht dem Bezirksamt nicht an. Was auch der Grund dafür gewesen sein soll, dass zunächst in der Senatsverwaltung niemand die Baugenehmigung unterschreiben bzw. den Widerspruch bescheiden wollte. Vielmehr wurde vom Bezirksamt verlangt, die Baugenehmigung selbst zu erteilen – da wollte sich offenbar bei Senatens niemand die Finger schmutzig machen.

Nur die SPD macht schon jetzt auf Wahlkampfrhetorik:

Das Agieren des Stadtentwicklungsamtes gegenüber dem Investor Reinhard Müller ist schwer zu ertragen, schließlich handelt es sich um die derzeit wichtigste Ansiedlung im Bezirk.

tönt der stadtentwicklungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg Christoph Götz. Und hofft vermutlich (wie alle anderen Beteiligten bei Senat, SPD und Müllers Mannen), dass kein Anwohner gegen diese von oben durchgedrückte Baugenehmigung klagt.

Weiteres in Kürze.

Kein Wohnen im Gasometer

2008-12-28_GasometerSchöner Wohnen im Gasometer titelte die Berliner Morgenpost am 18.03.2015 und beweist damit, dass Projektentwickler Reinhard Müller, der Macher am Schöneberger Gasometer, immer wieder für realitätsferne Ankündigungen gut ist. Von der Zukunftsvision zweier Architekturstudenten aus Braunschweig ist da die Rede, wonach 600 Menschen in knapp 300 Wohnungen in der stählernen Rotunde wohnen sollen. Und Müllers Chefarchitekt Johannes Tücks sei zu dem Ergebnis gekommen,

dass die Rotunde durchaus als Wohnort geeignet ist-allerdings nicht in den von den Studenten avisierten Dimensionen.

„Trotzdem bliebe so Platz für 100-120 Wohnungen“,

wird Reinhard Müller von der Morgenpost zitiert.

Mit der planungsrechtlichen Realität am Schöneberger Gasometer hat all das wenig zu tun. Vielmehr sieht es so aus, als habe Reinhard Mueller einmal mehr auf die falsche Nutzung gesetzt und versuche nun, dies mit waghalsigen Aktionen und vollmundigen Ankündigungen zu ändern.

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Müllers Mut tut selten gut

2014-11-14_Mut zum ersten SchrittUnter der Überschrift “Mut zum ersten Schritt” verbreitet sich in der Ausgabe November 2014 der Zeitschrift Das Grundeigentum der Immobilienentwickler Reinhard Müller über seine Bemühungen mit EUREF am Schöneberger Gasometer. Und zeigt dabei mit einer erstaunlichen Ansammlung von Buzzwords, dass er vor allem wirklich gut ist in der Rolle als Dampfplauderer. Denn derzeit ist das durch den Bezirk als Kerngebiet geplante Gelände am verfallenden Gasbehälter vor allem eins: Das vermutlich am schlechtesten erschlossene Möchtegern-Kerngebiet Berlins.

Mut hatten die Protagonisten dieser Provinzposse in den letzten Jahren mehr als genug:

Gasometer Besteigung

Rundgang Gasometer Schöneberg

Wer den Gasometer Schöneberg besteigen (also zu Fuß bis ganz nach oben klettern und dann den spektakulären Ausblick genießen) möchte, hat dazu unseres Wissens leider derzeit keine öffentliche Möglichkeit [edit: seit dem 29.06.2013 wurden offenbar wieder Besteigungen angeboten – siehe Kommentare zu diesem Beitrag]. Unseres Wissens fanden zuvor die letzten kommerziellen Besteigungen (immer nach Anmeldung und in Begleitung) vor mehr als einem Jahr statt. Derzeit ist von regelmäßigen Klettereien auf den oberen Ring des Führungsgerüsts nichts zu sehen. Kein Wunder.

Das Führungsgerüst des Wasserbehälters ist (wie auf unserem Bild erkennbar) so stark angerostet, dass vermutlich keine Haftpflichtversicherung mehr bereit wäre, die möglichen Schäden einer regelmäßigen kommerziellen Kletterei auf dem Gasometer abzudecken. Zwar hatte der um kernige Aussagen nie verlegene EUREF-Mann Reinhard Müller bereits 2007 verkündet “voraussichtlich noch in diesem Jahr1 werde mit der Sanierung des Gasometers begonnen. Und am 03.10.2011 tönte EUREF-Müller ohne rot zu werden in die Fernsehkameras der Berliner Abendschau, man werde demnächst

mit einer besonders energieschonenden Lasertechnik

die Instandsetzung des Gasometers beginnen.2 Weiterlesen


  1. gucken Sie bei Punkt 16. – es war nicht die einzige falsche Ankündigung Müllers 

  2. Reinhard Müller gegenüber der Berliner Abendschau in einem Fernsehinterview am 03.10.2011 

Meilenstein

Während eine der Machenschaften von Bernd Krömer aus seiner Zeit als Baustadtrat in unserem schönen Bezirk kurz vor der Sommerpause berechtigt für viel Wirbel sorgt, sollte sein Meisterstück nicht ganz in Vergessenheit geraten. Denn auch hier hat sich aktuell etwas getan: Laut Bezirksamt und Stadtrat Krüger gibt es jetzt eine Fördermittelzusage des Senats für den Bau der Planstraße bis 2016 auf das „Euref-Gelände“ in Höhe von 5.526.720 Euro. Sie ermöglicht den Zugriff auf Wirtschaftsförderung des Bundes und macht zugleich den Bezirk zum Bauherren der Straße. So wollte es Bernd Krömer, als er in seinen letzten Amtstagen einen Nachtrag zum Städtebaulichen Vertrag mit Reinhard Müller (Euref AG) unterzeichnete. Damit spart Letzterer Millionen und hält außerdem sein Versprechen nicht ein, die neue Erschließung seines Grundstücks ausschließlich selber zu bezahlen. Das wäre recht und billig gewesen angesichts des mehr als großzügigen Baurechts, das er bekommen hat. Weiterlesen

Bilder weg?

Ganz aufmerksame Menschen haben vielleicht bemerkt, dass die zahlreichen Bilder vom Gasometer Schöneberg, seiner Denkmalschändung und diversen Veranstaltungen der BI nicht mehr unter der alten Internetadresse zu erreichen sind. Die Bilder sind zwar noch da, aber die Webseite mit der Galerie war leider sehr häufig Ziel von Spamattacken und Angriffen fachkundiger Hacker; sie wurde daher geschlossen. Die Bilder sind natürlich nicht weg, sondern nur verschoben und werden demnächst hier wieder zu sehen sein.

Damit das Warten nicht so schwer fällt, hier schon mal eine kleine Kostprobe:

Kran in Konkurrenz (2012)

Rostschutz und Denkmalschutz

Wir haben mit der Sanierung des Gasometers begonnen, das wird leider drei Jahre dauern, weil wir eine besondere Lasertechnologie hier verwenden, die besonders energieschonend ist.” (Reinhard Müller gegenüber der Abendschau des RBB, Sendung 3.10.11)

Gasometer Mariendorf 2012 eingerüstet

Gasometer Mariendorf 2012 eingerüstet

In unserem Bezirk stehen zwei denkmalgeschützte Gasbehälter oder das, was von den umgangssprachlich „Gasometern“ genannten technischen Anlagen übrig ist: ihre Führungsgerüste aus Eisen. Einer steht in Schöneberg und ist mit fast 80 m Höhe im Stadtbild gut sichtbar. Der Andere steht in Mariendorf, wo er sich mit seinen ca. 40 m auf einem großen Gelände an der Bahn fast versteckt. Dennoch lohnt derzeit der Blick nach Mariendorf ,1 denn dort wird das Denkmal von seinem Eigentümer, der GASAG, komplett saniert.

Eine Sanierung, d.h. die Entrostung und das Auftragen eines vernünftigen Korrosionsschutzes, dauert ihre Zeit. In Mariendorf begann man 2012 und rechnet mit einer Fertigstellung im Jahr 2014. Die Arbeit erfolgt auf zwei „mobilen“ Gerüsten, die im Uhrzeigersinn weiterbewegt werden, sobald ein vertikaler Abschnitt fertig ist. Mit Pressluftnadlern werden in bewährter Methode die alten Farbschichten bzw. der Rost entfernt. Anschließend kommen der Rostschutz und die Farbanstriche. Weiterlesen


  1. Der Gasometer Mariendorf wurde 1901 errichtet, war aber von Wien nach Berlin versetzt worden. Im Gegensatz zum Gasometer Schöneberg der von einer deutschen Firma erbaut wurde, ist er ein englisches Fabrikat. Beide Anlagen wurden von dem Betreiber ICGA errichtet.