Projektentwickler füllt das Sommerloch mit Schrotthandel und Fußbodenheizung

Müllers Mannen haben das Sommerloch mit einer in meinen Augen ziemlich aberwitzigen Aktion gefüllt: Am Donnerstag, dem 06.08.2009 gab es im Wasserbecken des Gasometers ein „kleines Richtfest“ – überrascht? Ganz sparsam und hausfraulich hat der Projektentwickler die (hoffentlich nicht ganz rostige-) WM-Kuppel der Fußball-WM 2006 in den Gasometer einbauen lassen und will dort nun „Events“ veranstalten. Die Pressemitteilung der EUREF berichtet für die (offenbar halboffene-) Konstruktion von einer Fußbodenheizung.

Es begann mit einer der üblichen Häppchenparties, über die dann in der Presse am folgenden Tag berichtet wurde. Sehr kritisch war die Abendschau. Wir erhielten dort Gelegenheit zu einem kurzen Statement und die Reporterin sagte mir, die geringe Teilnehmerzahl der Pressekonferenz und vor allem die Statements der Vertreter etablierter Universitäten seien ernüchternd gewesen. Nach diesem kleinen Event ist Einiges klarer:

  1. Es wird so schnell keinen Ausbau des Gasomters geben (mindestens zwei Jahre Nutzungsdauer für den WM-Schrott sind angedacht).
  2. Die Energieuni dürfte endgültig gestorben sein. Keine der wissenschaftlichen Institutionen scheint das zu wollen und zunächst einmal sollen „200 Millionen Euro Spendengelder“ eingeworben werden – der in der Abendschau interviewte Vertreter einer Berliner Hochschule sagte denn auch ganz deutlich: „Hochschule können wir selber und brauchen da auch keine Konkurrenz“.
  3. Die Fußbodenheizung der teilweise offenen Kuppelkonstruktion wird derzeit jedenfalls nicht „CO2-neutral“ durch Erdwärme oder ähnliche erneuerbare Energien betrieben, sondern mit fossilen Brennstoffen. Ein schönes Beispiel für Verschwendung fossiler Brennstoffe am angeblich umweltfreundlichsten Bau Europas.
  4. Wie meist bei Müller – viel Lärm um nichts.

Über den Autor

azche24
Ich wohne mit meiner Familie direkt vor dem Gasometer auf der roten Insel in Schöneberg. Und mag dieses Industriedenkmal und Wahrzeichen seit Jahren.

2 Kommentare zu "Projektentwickler füllt das Sommerloch mit Schrotthandel und Fußbodenheizung"

  1. Richtfest für ein eingemottetes Zelt feiern? Weiteres wird es für Herrn Müller wahrscheinlich auch nicht mehr zu feiern geben. Meine Prognose: Das Projekt wird sich einreihen in die lange Liste der Flops von Cargolifter bis Riesenrad!

  2. kognito | 18.08.09 um 18:46 |

    Wie ist das mit den berliner Hochschulen? Einerseits prangt ihr Zeichen als Partner auf dem großen Euref-Plakat und anderseits haben sie eigentlich kein interesse? Wissen sie nicht das ihr Zeichen dort herumhängt? ist eh sonderbar das die großen berliner unis hu, tu, fu alle ihren namen hergeben. vielleicht sollte man da mal nachhaken.

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