Bedenken der Denkmalpflege werden konkreter

Wie die Berliner Zeitung heute meldet, sind die starken Bedenken der Denkmalpflege zum Bauprojekt auf dem Gasometergelände jetzt deutlicher und konkret formuliert worden. Dies war nach der Sitzung des Landesdenkmalrates, wo es dem Vernehmen nach deutliche Worte zum unverantwortlichen Umgang des Projektentwicklers mit den Baudenkmälern auf dem Gelände und dem Gasometer gab, in dieser Form zu erwarten.

Die Kritik deckt sich mit den Einwänden der Anwohner: Die viel zu hoch und auch zu dicht angelegte Bebauung auf dem Gelände und vor allem auch der Ausbau des Gasometers müssen noch einmal grundlegend überarbeitet werden, formuliert die Denkmalpflege. Vorläufiges Fazit: Es wird deutlich niedriger und weniger für Projektenwickler Müller.

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azche24
Ich wohne mit meiner Familie direkt vor dem Gasometer auf der roten Insel in Schöneberg. Und mag dieses Industriedenkmal und Wahrzeichen seit Jahren.

5 Kommentare zu "Bedenken der Denkmalpflege werden konkreter"

  1. Heinz Herbert | 8.08.08 um 12:30 |

    Wenn ich das richtig sehe, steht in der BERLINER ZEITUNG heute auch noch etwas anderes sehr interessantes – zur STIFTUNG DENKMALSCHUTZ BERLIN:
    Artikel Berliner Zeitung vom 08.08.2008: Polizei sucht Stiftung Denkmalschutz auf
    Was wohl z. B. Herr Krömer von der CDU und Herr Baldow von der SPD dazu sagen?
    Ich bin schwer beeindruckt von den Geschäften, die in dieser Stadt möglich sind – so man die richtigen Leute kennt.

  2. Heinz Herbert | 8.08.08 um 12:39 |

    Und das steht dort auch noch unter „PROFIT MIT DENKMALSCHUTZ“
    -> http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0808/berlin/0058/index.html

  3. Eine seltsame Zeitung ist die Berliner Zeitung: Einerseits wird engagiert berichtet über die neueste Korruptionsaffäre in Mitte (und wie Stiftung Denkmalschutz = Müller) dort zumindest die Gelder verteilt hat. Und dann schwullert ein anderer sicherlich von Sorgen um seinen Arbeitsplatz geplagter Redakteur unter der Überschrift („Lasst es leuchten!„) daher, dass es nur so kracht. Der Mann weiß offenbar nicht, dass

    a) Werbung nicht die Voraussetzung für bauliche Unterhaltung ist und
    b) ein ästhetisches Problem und vor allem
    c) die Kritik des Landesrechnungshofes an der Sanierung a la Müller (zuletzt im Jahresbericht 2008 umfangreich nachzulesen) viel umfassender ist.

    Lieber Herr Brock, setzen Sie doch das nächste Mal den Denkapparat in Gang, bevor Sie leitartikeln. Von den Problemchen a) und b) abgesehen – wenn Sie c) auch nur annähernd verstanden hätten, dann wüssten Sie, dass die öffentliche Hand mit Ströers und Müllers Millionen nicht bauliche Unterhaltung finanziert, sondern faktisch öffentliche Gelder (denn darum handelt es sich bei möglichen Einnahmen aus Werbung) verschleudert. Und nebenher noch die Korruption begünstigt, weil das „System Müller“ eben nur dann funktioniert, wenn solche Sanierungsaufträge („Baukonzessionen“ sagt der Landesrechnungshof im Fall öffentlicher Bauten dazu) nicht öffentlich ausgeschrieben und nicht transparent abgewickelt werden.

    Über die Ästhetik öffentlicher Werbung mag man denken, wie man will. Die Arbeitsweise der Stiftung Denkmalschutz und das von dieser betriebene „System Müller“ erinnern mich an die Organisation der Müllentsorgung in Neapel.

  4. Christian Breßler | 14.08.08 um 13:29 |

    Ich denke mal, ganz andere Bedenken kann man auch noch haben: Wieso wirbt ein Unternehmen, das angeblich ein Gelände für eine „Energieuniversität“ entwickeln will, ausgerechnet mit der nervigsten Form von Werbung, die zudem gerade energieintensiv ist. Ehe jetzt naheliegende Einwände kommen: Es ist eher ein qualitatives Manko als ein quantitatives. Sicherlich werden einige 1000 Leuchtdioden plus Steuerung plus Medienübertragung plus Montage absolut gesehen nicht viel Energie verbraucht haben.
    Ist halt nur ein eigenartiges Symbol…

  5. Alexa Kaufhof | 14.08.08 um 16:17 |

    Christian:
    Da ist überhaupt kein Gegensatz. Diese „Energieuniversität“ soll ja gerade eine Lobbyismus-Einrichtung der Unternehmen sein, die an der Energieverschwendung verdienen.

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