Auslegung B-Plan 7-29 (Kerngebiet am Gasometer) – Vorsicht Einwendungsausschluss!

Die Auslegung des Bebauungsplans 7-29, durch den wesentliche Teile des GASAG-Geländes am Schöneberger Gasometer in ein Kerngebiet umgewandelt und mit Bürohochhäusern zugepflastert werden sollen hat am 27.04.2009 begonnen und läuft bis zum 27.05.2009.

Die wesentlichen Unterlagen sind unter der Webadresse des BA Tempelhof-Schöneberg einsehbar. Anders als in der relativ unverbindlichen frühzeitigen Bürgerbeteiligung dient die jetzt stattfindende förmliche Bürgerbeiteiligung auch der Vorklärung rechtlicher Auseinandersetzungen:

Einwendungen und Bedenken, die von einer natürlichen oder juristischen Person nicht in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im Frühjahr 2008 oder jetzt in der förmlichen  Auslegung geltend gemacht wurden, können nach § 47 Abs. 2 VwGO (Vewaltungsgerichtsordnung) in einem späteren Gerichtsverfahren gegen den B-Plan nicht mehr berücksichtigt werden;  solche verspäteten Einwendungen sind unzulässig. Die BI-Gasometer wird sich daher in den kommenden drei Wochen, zunächst auch auf unserem Straßenfest am 09.05.2009 bemühen, die notwendigen Informationen für Betroffene, Anwohner und Eigentümer der umliegenden Häuser und Wohnungen zu geben.  In jedem Fall sollten Einwendungen ohne Rücksicht auf den Umfang einer Stellungnahme umfangreich, detailfreudig und zahlreich sein, damit die bei einer derartigen “Hau-Ruck Planung” notwendigen rechtlichen Schritte nicht an der formalen Hürde scheitern.

Ein Gedanke zu „Auslegung B-Plan 7-29 (Kerngebiet am Gasometer) – Vorsicht Einwendungsausschluss!

  1. meine gesammelten Einwendungen vielleicht als kleine Hilfe zur Ideenfindung:

    Das geplante Projekt dient bislang einzig dem Projektentwickler. Die gesamte Bevölkerung hätte eine Verminderung der Wohn- und Lebensqualität zu ertragen. Ein städtebauliches Konzept seitens des Bezirkes und Leitziele für die gesamte Gegend fehlen.

    Es ist kein vernünftiger Grund ersichtlich, weshalb eine Umwidmung zum Kerngebiet stattfinden sollte. Dies verträgt sich nicht mit der unmittelbaren Nachbarschaft zu Wohngebieten. Die avisierte Nutzungsdichte von 5000-6000 Personen täglich erscheint überdimensioniert. Auch wenn die Grünflächen in dargestelltem Umfang erweitert werden, wäre dies letzlich weniger Grünfläche pro Kopf.

    Bewohner die es sich leisten können, werden durch die Verschlechterung der Lebensqualität wegziehen. Alteingessene Bewohner werden vertrieben und der Kiez verliert sein Gesicht.
    Die Steuereinnahmen der Einkommenssteuer werden sinken.

    Das Gutachten für die Beschattung stimmt nicht. Die vorauszusehendenden Schattenwürfe decken sich nicht mit jahrelangen eigenen Beobachtungen und dürften stärker ausfallen. Das Gutachten sollte korrigiert und neu vorgestellt werden.
    Durch die Verschattung der Wohnungen benötigen die Anwohner mehr Energie für Licht und Heizung, womit höhere Kosten für die Anwohner und höhere Emissionen für den Stadtteil entstehen. Damit führt sich das „Null-Emmissions-Projekt“ ad absurdum.
    Der jetztige Cherusker Park würde am Nachmittag im Schatten liegen und damit entwertet.

    In den ausliegenden Abwägungen taucht die noch ansässige Nachtigall nicht auf.
    Tiere wie Fledermaus und Nachtigall verlören ihren Lebensraum.

    Baudichte- und Höhe verbinden sich nicht mit der Wohnumgebung und schaffen eine abweisende Atmosphäre. Dies kann auch der raffinierteste Architekt nicht ausgleichen.
    Die sogenannten Aktzente (geplanter Hotelbau und dem 45m hohen Gebäude an der Nordspitze) widersprechen jeglichem ästhetischem Empfinden. Sie wirken kalt und agressiv und drücken wohl die Befindlichkeit des Entwicklers aus.

    Die Gebäude auf dem GASAG-gelände sollen wohl so dicht gebaut werden, daß dies einer Sonderregelung bedarf. Hierfür gibt es keine ersichtlichen Zwänge. Es ist ja eine Neuplanung, außer vielleicht die Gier des Projektentwicklers.

    Sehr bedenklich ist die geplante Tiefenbohrung für Erdwärme. Das Gas ist über 100 Jahre naturgemäß nach unten gesunken und kann sich in sogenannten Erdtaschen gesammelt haben. Wenn Sie in großer Tiefe und Hitze auf solch eine Stelle stoßen, fliegen wir möglicherweise alle in die Luft. Kein Wissenschaftler auf dieser Welt kann mit Sicherheit sagen, daß dies nicht passiert. Deshalb ist es absolut verantwortungslos an solch einer Stelle ein derartiges Projekt starten zu wollen. Vom Sprecher des Projektentwicklers wurde behauptet, daß die Bohrgeräusche nicht hörbar seien. Hierzu gibt es durchaus andere Auffassungen. Es gibt durchaus Menschen die den tiefen Ton hören und die Vibration spüren können und dadurch beeinträchtigt würden.

    Täglich würden tausende von Autos in das Gelände einfahren. Ein steigender Lärmpegel und eine größere Feinstaubbelastung wäre für die gesamte Gegend die Folge. Zusätzliche Kapazitäten für den Autoverkehr widersprechen Klimaschutzzielen.

    Neu entstehender Lichtsmog vertreibt jetzt ansässige Tiere wie Fledermaus und Nachtigall und führt zu einer zusätzlichen Belastung der Anwohner.
    Bereits jetzt sind den Veränderungen einige alte Bäume geopfert worden und sind bislang nicht ersetzt worden. Sie haben auch als Lärm- Windschutz fungiert und können nicht einfach durch Nachpflanzungen ersetzt werden. Sorge besteht um den weiteren Verlust von altem Baumbestand.

    Der Gasometer wird zu einer schnöden Werbefläche degradiert. Wie ist dies mit dem Dankmalschutz vereinbar? Durch den Ausbau würde dieser seines Charakters und Erscheinungsbild beraubt. Der Gasometer als Schöneberger Wahrzeichen wäre für immer dahin.

    Baulärm, Vibrationen und Feinstaub über Jahre sind während der Bauarbeiten zu erwarten. Unser Haus ist mit sehr einfachen Materialien (hoher Sandanteil) erbaut. Das läßt fürchten, daß durch die Vibrationen Gebäudeschäden entstehen. Beräuts während der Bodensanierung an der Nordspitze kam es zu Rissen in der Decke. (Bspw. konnte man während der Bauarbeiten den Baulärm noch in einer Wohnung der Invalidenstr.101 hören und spüren.)

    Die Idee des Projektentwicklers ist fadenscheinig: Weshalb soll bspw. zuerst der Hotelklotz gebaut werden. Was hätte dieser mit der EUREF zu tun, wenn es diese noch gar nicht gibt? Ein Energieforum gibt es bereits am Ostbahnhof und steht noch zum großen Teil leer. Tausende von qm Bürofläche stehen rund um den Gasometer seit Jahren leer. Warum werden diese nicht genutzt?

    Das im Rathaus zur Ansicht stehende Modell ist angeblich nicht maßstabsgerecht. Somit ist es den Bürgern nicht möglich, sich eine genauere Vorstellung zu den Planungen zu machen.

    Aus der öffentlichen Torgauer Straße wird dann fast eine Privatstraße für die Nutzer der ehem. GSAG-Geländes werden. Wer zahlt dann deren Instandhaltung. Abends bitter benötigte Parkplätze der Inselbewohner gehen verloren. Die geplante Stichstraße unter den S-Bahngleisen würde in diesem Bereich stark Verkehr anziehen und erscheint für die Schüler der Teske-Oberschule unzumutbar.

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